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Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
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Der Inhalt des abzuschließenden Friedens steht nichtmehr im freien Belieben unserer Feinde. Denn es ist denFriedensverhandlungen vorausgegangen ein Austausch vonErklärungen zwischen der deutschen Regierung und demPräsidenten Wilson, die zu der Vereinbarung eines festenProgramms für den abzuschließenden Frieden und aufdessen Grundlage zum Abschluß des Waffenstillstandes ge-führt haben.

Die Waffenstillstands-Verhandlungen.

Ich erinnere an die Tatsachen:

Am 5. November 1918 hat der Reichskanzler denPräsidenten der Vereinigten Staaten ersucht, die Her-stellung, des Friedens in die Hand zu nehmen, mit der Er-klärung,daß die deutsche Regierung das von dem Präsi-denten Wilson in der Kongreßbotschaft vom 8. Januar 1918und in seinen späteren Kundgebungen, namentlich der Redevom 27. September, aufgestellte Programm als Grundlagefür die Friedensverhandlungen annimmt". Gleichzeitig er-suchte die deutsche Regierung um die sofortige Herbei-führung eines allgemeinen Waffenstillstandes.

Am 8. Oktober kam die Antwort Wilsons. Er ersuchteum die Bestätigung, daß die deutsche Regierung die vonihm in seinen verschiedenen Botschaften niedergelegtenBedingungen annehme, so daß der Zweck der Verhand-lungen nur die Verständigung über die praktischen Einzel-heiten ihrer Anwendung sein würde.

Dies wurde von der deutschen Regierung in ihrer_ Rückantwort vom 12. Oktober ausdrücklich bestätigt.

Der Präsident Wilson verlangte ferner in der, Notevom 8. Oktober als Voraussetzung für Waffenstillstands-verhandlungen die Zurückziehung der deutschen Truppenaus den von ihnen besetzen Gebieten Frankreichs undBelgiens. Die deutsche Regierung erklärte sich hierzubereit.

Der Präsident Wilson fragte schließlich an, ob derKanzler nur für diejenigen Gewalten des Reiches spreche