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gemeint waren der Kaiser und die Oberste Heeresleitung —,die bisher den Krieg geführt hätten. Er erhielt als Antwortden Hinweis auf den parlamentarischen Charakter der vondem Prinzen Max von Baden gebildeten Regierung. DerReichskanzler spreche im Namen dieser Regierung und desdeutschen Volkes.
In einer weiteren Note vom 14. Oktober verlangte nunHerr Wilson u. a. die Einstellung des U-Boot-Krieges und,deutlicher als bisher, die Beschränkung oder Aufhebungder kaiserlichen Macht.
Die deutsche Regierung stellte daraufhin den U-Boot-Krieg ein und machte in ihrer Antwort vom 21. Oktoberdem Präsidenten Wilson Mitteilung von den grundlegendenÄnderungen der deutschen Reichsverfassung, nach denenjetzt die Regierung aus den Führern der Mehrheitsparteiendes Reichstags gebildet sei und auch künftighin keineRegierung ihr Amt antreten oder weiterführen könne, ohnedas Vertrauen des Reichstags zu besitzen.
Nun erklärte der Präsident Wilson in einer weiterenNote vom 23. Oktober, daß er nur einen Waffenstillstandvorschlagen könne, der die Vereinigten Staaten und ihreVerbündeten in der Lage beließe, „jede zutreffendeVereinbarung erzwingen und eine Er-neuerung der Feindseligkeiten deutscher-seits unmöglich zu machen". Die Annahmeeines solchen Waffenstillstandes durch Deutschland werde der beste Beweis dafür sein, daß Deutschland dieGrundbedingungen und Grundsätze der ganzen Friedens-aktion unzweideutig annehme. Im übrigen zeigte sich derPräsident mit den deutschen Verfassungsänderungen nochnicht befriedigt; er müsse offen aussprechen, daß die Völkerder Welt kein Vertrauen in die Worte derjenigen setzten,die bisher die Herren der deutschen Politik gewesen seien,und daß beim Friedensschluß die Vertreter der VereinigtenStaaten einzig und allein mit echten Vertretern des deut-schen Volkes würden verhandeln können. „Wenn die Ver-einigten Staaten jetzt mit den militärischen Beherrschern