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Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
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4. Die moralische Demütigung Deutseh-lands. Das gleiche gilt von der Forderung der Aus-lieferung des Kaisers und derjenigen deutschen Reichs-angehörigen, die die Alliierten vor ihre Gerichte zu ziehenwünschen. In dem Völkerbund muß Deutschland aufGrund der Wilsonschen Erklärungen von dem gleichenRecht für alle Völker den gleichen Platz wie jedes andereKulturvolk verlangen.

5. Die wirtschaftspolitische Knebe-lung Deutschlands widerspricht eklatant dem3. Punkt der Wilsonschen Botschaft vom 8. Januar 1918,lautend:

Die Beseitigung, soweit es möglich ist, aller wirt-schaftlichen Schranken und die Schaffung gleicher Handels-bedingungen zwischen allen Nationen, die dem Frieden zu-stimmen und sich zu seiner Erhaltung vereinigen wollen."

6. Der Raub der deutschen Kolonienwiderspricht ebenso eklatant dem Punkt 5 der WilsonschenBotschaft vom 8. Januar 1918 3 lautend:

,.Eine freie, offenherzige und unbedingt unparteiischeRegelung aller kolonialen Fragen, beruhend auf der striktenBeobachtung des Grundsatzes, daß bei der Entscheidungaller solcher Souveränitätsfragen das Interesse der be-troffenen Bevölkerung ein ebensolches Gewicht haben solltewie die berechtigten Ansprüche der Regierung, überderen Rechtstitel entschieden werden soll.

7. Die finanzielle und wirtschaftlicheErdrosselung Deutschlands. In dem Wilson-Programm und, dem dazu von den Alliierten gemachtenVorbehalt ist die Entschädigungspflicht Deutschlands genaubegrenzt, und zwar auf den Schaden, den Deutschland durchseine Angriffe der Zivilbevölkerung der Aliierten und ihremEigentum zugefügt hat. Alles andere hat auszuscheiden.Denn nach Wilsons Rede vom 11. Februar 1918 soll eskeine Kontributionen und keine als Strafe auferlegten Ent-schädigungen geben. Über den Umfang und die Art derWiedergutmachung der uns zur Last fallenden Schäden