Ich weiß, daß uns schwere Zeiten bevorstehen, nochschwerere als im ganzen Krieg. Aber ich weiß auch undbin davon aufs tiefste durchdrungen: Ein schlim-meres Schicksal, als wir es uns mit derUnterzeichnung dieser F r i e d e n s b e d in -gungen bereiten, kann kein Feind über unsbringen.
Was sollen wir von der Weigerung unserer Unter-schrift fürchten, das uns mehr schrecken könnte als dieFolgen der Unterzeichnung?
Etwa die Hungerblockade? — Dem Hungerverschreiben wir uns mit unentrinnbarer Sicherheit und aufdie Dauer, wenn wir uns Bedingungen unterwerfen, die unsdie wichtigsten Erzeugungsgebiete entreißen, die unsjede Möglichkeit nehmen, ausländische Nahrungsmittel zubezahlen, und die uns verpflichten, aus dem eigenen Vieh-bestand, so knapp er ist, unübersehbare Lieferungen anunsere Feinde zu machen.
Etwa den Einmarsch fremder Truppen? ■—Dieser Friede bringt den Einmarsch in der kürzesten Zeit.Er ist die Errichtung der Fremdherrschaft über ganzDeutschland und auf unabsehbare Zeit. Es ist unsierSklavenbrief.
Etwa diebolschewistischeRevolution? —Nichts ist uns sicherer als der Bolschewismus, wenn einedeutsche Regierung es übernimmt, diesen Frieden der Aus-plünderung und Knechtung, des Hungers und der Ver-elendung als Büttel und Scherge, als Fronvogt und Hen-kersknecht im Dienste unserer Feinde an dem eigenenVolke zu vollstrecken.
Mit der Unterzeichnung dieses Friedens beraubenwir uns selbst aller moralischen und materiellen Mittel derWiederaufrichtung. Mit unserer Zustimmung und Unter-werfung beschwichtigen wir das schlagende Gewissen derVölker, ersticken wir im Keim jede Regung der Empörungund Auflehnung, die da und dort vielleicht doch noch auf-lodern mag, wenn wir unsere Feinde zwingen, die Maske