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Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
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abzulegen, ihr wahres Gesicht zu zeigen und ihre sieges-wahnsinnigen Untaten an einem Volk, das nichts will alsFrieden, Freiheit, Arbeit und Brot, in den nackten Formenhimmelschreiender Gewalt zu begehen. -

Den Dank für alle Unterwerfung hätten wir dahin IDenn da wir das Unmögliche nicht möglich machenkönnen, da wir in der Erfüllung der uns auf-erlegten und von uns übernommenen Tribute und Frondenvon Anfang an hinter dem zurückbleiben würden, wasdann unsere verbriefte und besiegelte Verpflichtung wäre, sosteht es unseren Feinden auch nach Unterzeichnung desVertrags, ja erst recht nach Unterzeichnung des Vertrags,immer wieder frei, von ihren Druckmitteln Gebrauch zumachen. Nui daß wir dann den Wortbruch unsererFeinde, aus dem dieser Friede geboren ist, wieder ehrlichgemacht, die Gewalt, die man uns antut, in Recht ver-wandelt hätten 1

Ein Volk von 60 Millionen, wie wir es trotz allemheute noch sind, ein Volk, das in seiner mehrtausend-jährigen Geschichte durch die schwersten Schicksale hin-durch eine unerschöpfliche Lebenskraft und einen unzer-störbaren Freiheitsdrang bewiesen hat, kann auf die Dauervon keinem Feinde unterjocht werden, wenn es demFeinde nicht selbst den Arm dazu leiht.Darum dürfen wir uns vor feindlicher Drohung nicht beu-gen und nicht schwach zeigen. Wir wollen uns aufdas äußerste gefaßt und bereit machen und uns mit harterEntschlossenheit wappnen, alles zu tragen und alles zuwagen, um Knechtschaft und Untergang von unseremVolke abzuwenden und den Keim deutscher Wiedergeburttreu bewahrt den kommenden Geschlechtern zu über-liefern.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagsanstalt, Berlin SW.