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Die finanzielle Seite des russisch-japanischen Krieges
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Die finanzielle Seile deS russisch -japanischen Krieges.

basierte, notwendig, um den gleichen Betrag in Goldgeld für den Dienst der russischen Goldanleihen zu beschaffen. Der Aufwand für den Anleihedienst betrug 1886 nur264,5, 1888 266,2 Millionen Rubel, blieb also in beiden Jahren nicht unerheblichhinter dem Aufwand des Jahres 1887 zurück.

Ferner ist zu beachten, daß die Umwandlung von Anleihe», die nach einembestimmten Tilgungsplane zu amortisieren sind, in unkündbare Renten denjenigen Teildes jährlichen Aufwandes für die Staatsschuld, der auf die Amortisation entfällt, nichtunerheblich vermindert hat. So kamen im Jahre 1888 von dem Gesamtaufwand53 Millionen Rubel auf die Amortisation und 213,2 Millionen Rubel auf die Zinsen,während der Voranschlag für das Jahr 1904 nur 24,3 Millionen Rubel für dieAmortisation und 264,5 Millionen Rubel für die Verzinsung der Staatsschuld vor-sieht. Die reinen Zinsen haben mithin um etwa 50 Millionen Rubel 24 Prozentzugenommen, während sich die verzinsliche Staatsschuld gleichzeitig um 50 Prozentvermehrt hat.

So klar die durch die Konvertierungen geschaffene Zinsersparnis zutage liegt,so schwer ist eine exakte Berechnung des der Staatsschuld gegenüberstehenden produktivenStaatsvermvgens und der sich aus diesem ergebenden Einnahmen. Bei der aus-gedehnten Beteiligung des russische» Staats an industriellen, Bank- und Verkehrs-unternehmungen und bei der Größe des land- und forstwirtschaftlichen Domaniums,dessen Wert und Wertsteigerung buchmäßig überhaupt nicht zu schätzen ist, wird mansich damit begnügen müssen, bestimmte mit der Staatsschuld in unmittelbaremZusammenhang stehende Teile des Staatsvermögens und der Staatseinnahmen zueiner Begleichung mit der Entwicklung der Staatsschuld heranzuziehen.

Eine solche Aufstellung findet sich in dem Budgetbericht des Finanzministersfür das Jahr 1302, und zwar für den 10jährigen Zeitraum vom 1. Januar 1892bis zum 1. Januar 1902. Sie gibt folgendes Bild (in Millionen Rubel):

Gesamtschuld des Reichsschatzes:

Zum 1. Januar Zum 1. Januar

1892: 1902:

Staatsanleihen................. 4731,6 6479,8

Unverzinsliche Schuld für die emittierten Kreditbillette .... 636,9

Schulden an verschiedene Institutionen und Personen .... 20.7 17,5

Zusammen . . . 5389,2 6497,3

Vermögensanlagen des Reichsschatzcs und sichere Schuldforderungen:

Zum 1. Januar Zum 1. Januar

1892: 1902:

Staatsbahnen................. 950,5 3551,6

Schuldforderungen an Privatbnhncn aus der Realisation ihrer

Baukapitalien................ 984,5 563,2

Schuldsorderungen an Eisenbahngesellschaften in betreff der Ga-rantiezahlungen............... 118,5

Schuldsorderungen, die keine Beziehungen zu den Eisenbahnen

haben................ . . , 309,! _ 500,0

Zusammen . . . 2362,9 4614,8