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Jen ^ 412,4 Millionen Mark oder 9,2 Mark pro Kopf der Bevölkerung. DieseSummen sind verschwindend gegenüber dem Geldumlauf der westlichen Länder. DerGeldumlauf Deutschlands mit seiner um ein Drittel größeren Bevölkerung beträgtzwischen 4'/2 und 5 Milliarden Mark (etwa 80 Mark pro Kopf der Bevölkerung),sein Goldbestand allein ist auf mindestens 3,2 Milliarden Mark, etwa achtmal so hochwie derjenige Japans , zu beziffern. Vor allem aber sind Geldumlauf und Gold-bestand in Rußland , trotz der gleichfalls jungen geldwirtschaftlicheu Entwicklung, weitüber das Verhältnis der beiderseitigen Bevölkerungszahl hinaus, größer als in Japan .Rußlands Goldvorrat in Bank und Reichsrentei sowie im Verkehr wird für Ende 1903auf 1845 Millionen Rubel — 3985 Millionen Mark beziffert, also auf nahezu diezehnfache Höhe des japanischen Goldvorrates; auf den Kopf der Bevölkerung kommendemnach in Rußland etwas über 30 Mark Goldgeld, gegen 9,2 Mark in Japan .
Daneben fällt auf die relativ ungünstige Fundierung der Papierzirkulation,die darauf hinweist, daß die Aufrechterhaltung der Goldwährung in Japan einigeSchwierigkeiten macht. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die bisherige Entwicklungdes Deckungsverhältnisses bei der Bank von Japan , die sich folgendermaßen gestaltete:
Stand am31. Dezember
Gold-umlaufim Verkehr
Noten-umlauf
Gold-vorrat
GesamterBarvorrat
Deckung der Notendurch durchGold I Barvorrat
Millionen
Yen
°/°
»//o
1895.......
12.3
180,3
31.5
60.3
17.5
33.5
1396 .......
12,8
198,3
90,9
132,7
45,8
67,0
1897 .......
80,0
226.2
96.9
98,3
42,9
43,5
1898 .......
83,6
197,4
89,6
89,6
45,4
45,4
1399 .......
93,4
250.6
103,1
110,1
41,2
44,0
1900 .......
52,9
228,6
65,3
67,3
28,6
29.4
1901.......
59.3
214,1
68,9
71.4
32,2
33.2
1902 .......
89,2
232,1
108.1
109,1
46,6
47,0
1903 .......
232,9
118,6
121.3
50,9
56,0
Obwohl Japan im Jahre 1899, hauptsächlich zur Aufrechterhaltung einesausreichenden Goldbestandes, eine Anleihe von 10 Millionen Pfd. Sterl. — etwa100 Millionen Jen in London aufgenommen hat, war in den Jahren 1900 und 1901der Goldbestand sowohl im freien Verkehr als auch in der Bank beträchtlich geringerals in den Jahren 1897 und 1898. Die Golddeckung der Bank von Japan ist am31. Dezember der Jahre 1900 und 1901 geringer gewesen als ein Drittel ihrerNotenausgabe. Die beiden folgenden Jahre haben dann allerdings eine wesentlicheBesserung gebracht, die zum Teil durch die im Jahre 1902 in London aufgenommeneneue Anleihe, zum Teil durch die günstigere Gestaltung der japanischen Wirtschafts-verhältnisse herbeigeführt worden ist.
Auch für Japau gilt natürlich der Satz, daß die Staatsfinanzen nur imZusammenhang mit der Gesamtentwicklung der Volkswirtschaft zutreffend beurteiltwerden können. In Anbetracht der gewaltigen wirtschaftlichen Umwälzungen, die sichin dem Reiche der aufgehenden Sonne während des letzten Jahrzehnts vollzogen haben,ist dieser Zusammenhang hier sogar von einer ganz besonderen Wichtigkeit.
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