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Bank von Japan dagegen auf 232,1 Millionen Jen . Bei einer das 2^2 fache desGoldumlaufs betragenden Notenzirkulation muß natürlich das Schicksal der japanischenWährung in ganz besonderem Maße davon abhängen, ob und wie lange die Bankvon Japan die Einlösung ihrer Noten in Gold aufrechtzuerhalten vermag.
Die Bank von Japan ist nach Art der europäischen Notenbanken organisiert.Ihr Grundkapital beträgt 30 Millionen Jen, und außerdem verfügt sie über einenReservefonds von 16,6 Millionen Jen. Ihr Geschäftskreis ist in ähnlicher Weiseabgegrenzt wie derjenige der deutschen Reichsbank, deren Verfassung insbesondere auchfür die Vorschriften über die Notenausgabe zum Vorbild gedient hat. Wie derReichsbank so ist auch der Bank von Japan für ihre den Barvorrat übersteigendeNotenausgabe ein bestimmtes Kontingent zugewiesen, bei dessen Überschreitung sie vonder Mehrausgabe eine Notensteuer von 5) Prozent per avllum an den Staat zu ent-richten hat. Das steuerfreie Kontingent der nicht durch den Barvorrat gedecktenNoten, das bei der deutschen Reichsbank 470 Millionen Mark beträgt, war bei derBank von Japan anfänglich auf 70 Millionen Jen festgesetzt, wurde jedoch 1890 auf85 Millionen, 1899 auf 120 Millionen Yen erhöht. Während aber bei der Reichs-bank die über die Bardeckung hinaus emittierten Noten unbedingt durch diskontierteWechsel mit mindestens zwei sicheren Unterschriften und höchstens dreimonatlicher Lauf-zeit gedeckt sein müssen — eine Vorschrift, durch die ein ständiger und rascher Rück-fluß von Barmitteln zur Bank gesichert ist —, sind bei der Bank von Japan nebendem Metallvorrat und Wechseln auch Schuldverschreibungen des Staates als Noten-deckung zugelassen.
Die tatsächliche Fundierung des Notenumlaufs der Bank von Japan vor demKriegsausbruch ergibt sich aus folgenden Durchschnittszahlen für das Jahr 1903:^)
Der Notenumlauf betrug 198,1 Millionen Jen. Es stand ihm ein Bar-vorrat von 112,5 Millionen Jen in Gold und ein unerheblicher Betrag in Silber gegenüber.Die Golddeckung der Noten stellte sich mithin auf nur 56,8 Prozent. Der Gegensatzzur russischen Neichsbank, deren Golddeckung bei einem beträchtlich größeren Noten-umlauf etwa 150 Prozent betrug, ist augenfällig. Der metallisch nicht gedeckte Noten-umlauf betrug 77,9 Millionen Jen; es standen ihm an diskontierten Wechseln (in-ländischen und ausländischen) nur 21,9 Millionen Jen gegenüber, die restlichen56 Millionen Jen waren durch Lombardforderungen und Effektenbesitz gedeckt. Diebei der Bank unterhaltenen täglich fälligen Guthaben betrugen nur 30,5 Millionen Jen,davon waren 10,6 Millionen Jen private, 19,9 Millionen Den öffentliche Guthaben.Außerdem hatte die Bank dem Staat ein Darlehen in der durchschnittlichen Höhevon 36,9 Millionen Jen gewährt.
Auch bei der Betrachtung des japanischen Geldumlaufs fällt die Kleinheit derDimensionen auf. Der gesamte Geldumlauf Japans , einschließlich des metallisch nichtgedeckten Papiergeldes, betrug Ende 1902 nur 326,6 Millionen Yen ^ 682,5 MillionenMark; das sind nur etwa 15,2 Mark auf den Kopf der Bevölkerung. Der gesamteGoldbestand im Verkehr und in der Bank erreichte nur die Ziffer von 197,3 Millionen
*) Diese Ziffern sind in der Statistischen Abteilung der deutschen NeichSbank berechnetund mir gutigst zur Verfugung gestellt worden.