Druckschrift 
Rede des Staatsministers Dr. Helfferich über die deutsche Volkskraft : geh. am 11. Okt. 1918 vor den Vertretern der Kriegsanleihe-Werbeorganisationen von Groß-Berlin und Brandenburg / [Karl] Helfferich
Entstehung
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erne bin ich der Aufforderung gefolgt, über dieneunte Kriegsanleihe zu sprechen. Ich weißaus meiner eigenen Zeit als Leiter der Reichsfinan-zen, in welchem Maße die Erfolge unserer bisherigenKriegsanleihen Ihrer unermüdlichen, eindringlichen und ge-schickten Werbetätigkeit zu verdanken sind und ich bin über-zeugt, daß Sie auch diesmal in der ernstesten und schwerstenZuspitzung des Krieges Ihre Schuldigkeit und mehr als dastun werden, um auch der neunten Kriegsanleihe zu einemvollen Erfolge zu verhelfen.

Ernster und schwerer sind die Tage, als wir alle sie je ge-sehen haben. Und schwerer und verantwortungsvoller als jebisher in diesem Kriege ist Ihre Arbeit.

Die Opfer und Lasten des Krieges haben sich für unserVolk ins Uebermenschliche gehäuft.

Die Zahl und Machtmittel unserer Feinde sind insUebermenschliche gewachsen.

Wir haben nach der Niederwerfung der feindlichen Ost-front und nach dem Friedensschluß mit dem russischen Gegnerdas Ziel des Zerbrechen^ des feindlichen Kriegswillens aufdem westlichen Kriegsschauplatz nicht erreicht. Wir haben nachden großen Erfolgen unserer Frühjahrsoffensiven Rückschlägeerlitten im Kampfe gegen eine feindliche Koalition, die ausden Menschenreserven aller Rassen und Kontinente schöpftund die Industrie der ganzen Welt für ihre Kriegsmaschinearbeiten läßt.