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Aber übermenschlich wie die Macht unserer Feinde istauch der Geist unseres Volkes in Waffen; trotz harter Ein-bußen und Verluste hält unser Heer in ungebrochener Frontauf fremder Erde todesmutig die Wacht für die Heimat. Eserwartet, daß die Heimat soweit es an ihr liegt — es ihmgleichtut, unermüdlich und unverzagt bis zum letzten Augen-blick, in dem das Wort „Frieden" den Bann löst, der seit mehrals vier Jahren auf der Menschheit lastet.
Unsere neue Regierung hat in dieser Lage Waffenstillstandund Friedensverhandlungen vorgeschlagen. Sie ist, um desFriedens willen, den jedes fühlende Menichenherz heiß ersehnt,unseren Feinden bis zur Grenze dessen entgegengekommen,was die Rücksicht auf unsere Existenz als Volk und Reich nochirgendwie gestattet — viel weiter, als es Millionen deutscherPatrioten in allen den schweren Wechselfällen dieses Kriegesjemals für denkbar gehalten hätten. Nun gilt es, sich mit derTatsache abzusinken und ihr mit unerbittlicher Tapferkeit insGesicht zu sehen. Mehr wie je brauchen wir in dieser Stundedie geschlossene Einheit der inneren Front. Denn so weitunsere Regierung mit ihren Zugeständnissen gegangen ist —noch wissen wir nicht, ob unsere Feinde, deren Uebermut aufshöchste gestiegen ist, sich hiermit genügen lassen, ob sie nichtihre Forderungen bis zu einem Grade steigern, daß auch demfriedfertigsten Teutschen keine Wahl bleibt, als auf jede Gefahrund auf jedes Opfer hin den Kampf fortzusetzen.
Von der Bereitschaft zur Fortsetzung des Kampfes müssenwir uns in allem und jedem durchdringen lassen, wenn wirzu einem Frieden kommen wollen, der unsere nationale Ehreund die Grundlage unseres nationalen Daseins wahrt. Werdie Reden der feindlichen Staatsmänner, wer die Aeußerungender feindlichen Presse liest, der kann nicht daran zweifeln, daßes unsere Feinde daraus abgesehen haben, im kritischen Augen-blick unsere Nerven niederzukämpfen oder zum mindesten zu