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erkunden, wie tief bei uns das Wasser ist, wie weit sie unsdemütigen, wie weit sie uns verkleinern können. Nur wenn un-sere Feinde sehen, daß unsere moralische Kraft ungebrochen ist,daß wir fest entschlossen sind, auf Bedingungen, die mit unsererEhre und unserem Dasein unverträglich sind, mit der Fortsetzungdes Krieges bis zum äußersten zu antworten, alles und jedesan die Verteidigung unserer Volksehre und unseres Volks-daseins zu setzen — nur dann dürfen wir hoffen, daß die jetzteingeleiteten Verhandlungen zum Frieden führen werden.
Und damit beantwortet sich eine Frage von selbst, diesicherlich in diesen Tagen häufig in Ihrer Werbetätigkeit fürdie Kriegsanleihe an Sie herantritt, die Frage:
Hat es denn noch Zweck, besteht denn nocheine Notwendigkeit, auf die Kriegs-anleihe zu zeichnen, nachdem der FriededochoffenbaraufdemWegei st? — Mancherwirdsagen:EinschlechterFriede,fürden »kein Opfer mehr lohnt.Darauf gibt es nur die Antwort: Wer will, daßes zum Frieden kommt, der zeichne nachseinem besten Vermögen auf die neunteKriegsanleihe. Und wer will, daß derFriede noch ein möglichst guter wird, derzeichne erst recht Kriegsanleihe.
Denn unsere Feinde, die uns bisher samt und sondersum die großartigen Erfolge unserer Kriegsanleihen beneideten,die in diesen Erfolgen — ob sie wollten oder nicht — einZeichen unserer ungebrochenen Kraft und unseres unge-brochenen Willens erblickten, werden dieses Mal mit ganzbesonderer Aufmerksamkeit auf das Ergebnis der neuntenKriegsanleihe achten. Sie werden mehr denn je zuvor aus-spähen nach Zeichen unserer Erschöpfung und unseres Ver-zagens, und nach ihren Wahrnehmungen werden sie die