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gründliche Aufklärung solche Zweifel zu zerstreuen. Die Ver-treter der Reichstagsfraktionen haben in dieserAussprache ihrerseits eine Auffassung bekundet, die geeignet ist,die Darlegungen des Herrn Reichsschatzsekretärs in ganz be-sonderem Maße zu verstärken. Die unbedingte Zuversicht indie finanzielle Kraft des Reiches und der uneingeschränkte Willevon Bundesrat und Reichstag, den Verpflichtungen des Reichesaus den Kriegsanleihen jederzeit und unter allen Umständennachzukommen, sind in dieser Aussprache in einer so klaren undbestimmten Weise zum Ausdruck gebracht worden, daß ich allen,die für die neunte Kriegsanleihe werbend tätig sein wollen, nurempfehlen kann, von den Berichten über diese Aussprache denausgiebigsten Gebrauch zu machen.
Lassen Sie mich bei der Wichtigkeit der Sache auch meiner-seits, auf Grund meiner amtlichen und außeramtlichen Be-schäftigung mit den hier in Frage kommenden Verhältnissen,einige Worte über die entscheidenden Punkte sagen.
Ich wende mich zuerst zu dem Zweifel, ob diefinanzielleKraftdesReichesderge waltigenBelastung, die der Krieg erzeugt hat, ge-wach s e n i st.
Die Belastung ist in der Tat enorm.
Wenn der Krieg im Laufe der nächsten Monate zu Endegehen sollte, werden die unmittelbaren Kriegsausgaben desReiches 13V Milliarden Mark und mehr betragen. SchlagenSie zu den Zinsen die jährlichen Ausgaben für Hinter-bliebenen- und Invalidenrenten, so kommen wir auf eine Ver-mehrung der Reichsausgaben um rund 9 Milliarden Mark.Was das bedeutet, wird klar, wenn man sich vergegenwärtigt,daß der gesamte Reichshaushalt vor dem Kriege mit nicht vielmehr als 3 Milliarden Mark in Einnahme und Ausgabe ab-schloß. Die Reichsausgaben werden also durch den Krieg ver-vierfacht werden.