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deutschen Volk stets dann den stärksten Widerhall gefunden,wenn die Not am größten war. Er wird auch heute nicht ver-sagen. Diesen Appell wollen wir, ein jeder in seinem Kreis,dem Zweifeln und Fragen aller derer entgegensetzen, dieglauben, weil jetzt vom Frieden gesprochen wird, sich ihrerfinanziellen Wehrpflicht vorzeitig entziehen zu können.
Ich weiß, es treten, abgesehen von diesem kardinalenPunkte, noch andere Zweifel und Fragen an Sie heran,großenteils alte Bekannte, die aber unter den jetzigen Zeit-verhältnissen — nicht ohne Hilfe von Seiten der Propaganda-organisation unserer Feinde — mehr denn je ihr Haupt er-heben. Es sind die Fragen und Zweifel des gutenHausvaters, den die Rücksicht auf die materiellen Grund-lagen seiner Familie bewegen. Wir haben die Kriegsanleihendes Reiches immer als eine sich gut rentierende Anlage von ein-Wandsfreiester Sicherheit empfohlen. Die Entwicklung derDinge mag manchem die Frage auf die Lippen drängen, obdiese Empfehlung heute noch Stich hält, ob das Reich bei einemFrieden, wie wir ihn auf Grund der politischen und militäri-schen Ereignisse und des Friedensangebots unserer Regierungbestenfalls zu erwarten haben, noch die Möglichkeit haben wird,seinen gewaltigen Anleiheverpflichtungen gerecht zu werden,und ob, diese erste Frage als bejaht vorausgesetzt, das Reichunter den neuen Verhältnissen noch den guten Willen habenwird, seinen Anleiheverpflichtungen in vollem Umfange nach-zukommen.
Das sind Einwände und Bedenken, denen — so hinfälligsie dem Unterrichteten erscheinen mögen — nicht genug Auf-merksamkeit geschenkt werden kann. Der Herr Staats-sekretär des Reichs schatzamts hat gerade dieseZweifel vor wenigen Tagm zum Gegenstand einer Aussprachemit führenden Abgeordneten aller Parteien gemacht und vonseiner autoritiven Stellung aus das Beste getan, um durch