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Rede des Staatsministers Dr. Helfferich über die deutsche Volkskraft : geh. am 11. Okt. 1918 vor den Vertretern der Kriegsanleihe-Werbeorganisationen von Groß-Berlin und Brandenburg / [Karl] Helfferich
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Kampf auf Leben und Tod, fei es harte Friedensarbeit IEin Volk wie das deutsche , gehärtet und gestählt durch eineLeidensgeschichte, wie sie kein anderes Kulturvolk sein eigennennt, ein Volk, das den Dreißigjährigen Krieg, den Sieben-jährigen Krieg, die Napoleonischen Kriege überstanden hat,ein Volk, das zerrissen und zerstückelt wurde und wieder zu-sammengewachsen ist, das in das tiefste Elend erniedrigt wurdeund immer wieder zu neuer Jugend und Kraft aufer-standen ist, ein Volk, das in diesem Kriege das Höchste ansittlicher Kraft geleistet hat ein solches Volk muß sich auchnach den Prüfungen dieses Krieges und auf der Grundlagedes kommenden Friedens wieder Hocharbeiten.

Freilich, dazu tut not, daß wir alle zusammenstehen, ingemeinsamer Anstrengung alle Kräfte zusammenfassen. AllesTrennende muß zurückgestellt werden zum späteren Austrag.Wir kämpfen nicht um ein konstitutionelles oder ein parla-mentarisches Deutschland , wir kämpfen schlechthin um dasVaterland. Niemand, wer es auch sei, darf sich durch Ver-stimmung, Bitterkeit, Trauer und Sorge irre machen lassenin der Erfüllung seiner vaterländischen Pflicht. Niemand darfbeiseite stehen. Ein jeder muß Hand anlegen und für dasVaterland in seiner schwersten Stunde sein Bestes geben undAeußerstes leisten. Wenn es Ihnen, meine Herren, gelingt,diesen Geist, das beste Erbteil unserer Väter, zu wecken und zustärken, dann leisten Sie die wirksamste Arbeit für unsereneunte Kriegsanleihe.