haben (Abg. Stampfer: Und was dann?). . . — Ich bin Ihnendankbar, Herr Stampfer: Sie kommen mir gerade in den Weggelaufen! Sie haben ja diese geistreiche Frage auch im Aus-wärtigen Ausschuß gestellt, und ich habe Ihnen darauf geant-wortet: dann tritt Art. Vlll des Londoner Ultimatums in Kraft.(Zuruf von den Soz.: Und dann?) Warten Sie doch nur ab!Genau so haben Sie es im Auswärtigen Ausschuß ge-macht? auch dort haben Sie diese Frage wiederholt, unddarauf Habs ich, da Sie mir lästig wurden, die Antwort gegeben:das. wird sich entwickeln! (Große Unruhe und lebhafte Zurufeauf der Linken: Flegel!) Ich will Ihnen noch eine andere Ant-wort geben. (Anhaltende Unruhe aus der Linken.) Herr Dr.Stampfer, wir kennen uns parlamentarisch jetzt seit 154 Jahren,und wenn Sie etwas mehr aufpaßten, hätten Sie vielleicht dieBeobachtung gemacht, daß ich den Grundsatz habe, auf dummeFragen auch dumme Antworten zu geben. (Lebhafte Zustimmungund Heiterkeit rechts. — Erneute große Unruhe und Zurufe beiden Soz. und auf der äußersten Linken.) Aber da ich geradesagen wir einmal: das Vergnügen habe, mich mit Ihnen, HerrDr. Stampfer, zu unterhalten, so möchte ich auf eine andere Sachezurückkommen, auf eine Affäre von gestern, auf
die Angelegenheit des Herrn v. Oldenburg .
(Zuruf von den Sozialdemokratcn: Auf Ihre Angelegenheit!)Sie haben hier eiv,^ Brief des Herrn v. Oldenburg an denfrüheren Minister v. Loebell auf den Tisch des Hauses niedergelegt,einen temperamentvollen Brief, temperamentvoll wie Herr v.Oldenburg selbst. In Bezug auf Temperament fühle ich mich mitHerrn v. Oldenburg verwandt. (Heiterkeit und lebhafte Zurufebei den Soz. auf der äußersten Linken.) Ich darf gleich hinzu-setzen, da gestern hier ein Zwischenruf aus unseren Reihen kam,der nicht auf genauer Kenntis der Tatsachen beruhte: Herrv. Oldenburg ist eingeschriebenes und geschätztesMitglied der Deutschnationalen Volkspartei .(Zurufe von den Soz.: Mumm hat es geleugnet!) — Ich stelle hiernamens der Partei fest, daß Herr v. Oldenburg eingeschriebenesund geschätztes Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei ist!
Der Brief enthält eine Aeußerung schweren Unmuts. Er ent-hält die Aeußerung. Herr v. Oldenburg werde infolge all derScheerereien, über die er sich beklagte, Scheerereien infolge vonVerordi-ungen, SW Morgen unbestellt lassen. (Unruhe und Zu-rufe bei den Soz. und auf der äußersten Linken.) Herr Dr.Stampfer hat an diese Aeußerung unter dem Schutz der Immuni-tät die schwersten Beleidigungen geknüpft. Er hat dem abwesen-den Herrn v. Oldenburg — ich möchte Ihnen nicht raten, es ihmins Gesicht zu sagen — (Heiterkeit und Zurufe von denDeutschnationalen: Er wird sich hüten! — Eegenrufe von denSozialdemokratcn) Schurkerei und Landesverrat vorgeworfen.(Lebhcutc Zustimmung und Zurufe von den Soz.: Das war auchganz berechtigt!) Ich mö^te Herrn Dr. Stampfer fragen, ob ernoch nie im Unmut eine Aeußerung getan hat, deren Ausführung