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geachtet haben, unter denen allei» schon in London und Cannes die alliierten Staatsmänner bereit waren, uns auch nur jenescheinbaren Erleichterungen zuzugestehen. Wir haben auf Grundder Stimmen, die von drüben schließlich auch zu uns herüder-klangen. schon im Dezember und Januar aufs eindringlichste ge-warnt. Wir sahen,, dasz es auch dieses Mal darauf angelegt war,uns neue Zugeständnisse über Versailles undüber London hinaus abzupressen. Deshalb waren wir etwaserstaunt über die Ueberraschung, ja über die panikartigeBestürzung, die die Note vom 21. März in den Kreisen derReichsregierung auslöste, jene Note, die der Ausgangspunkt fürdas neueste Stadium der Kontributionsfrage und der Erfüllungs-politik überhaupt geworden ist; jene Note, in der die Finanz-kontrolle uns unerhörte
neue Steuern und Bermögenstonfislationen
über das Mafj des mit Ach und Weh zustandegekommenen Steuer-kompromisses hinaus von uns verlangt werden.
Die Ueberraschung und Bestürzung bei den Herren von derRegierung war so stark und so nachhaltig, daß noch am 23. März,sechs volle Tage nach der Ueberreichung der Note, der Reichs-kanzler hier im Reichstage starke Worte der Ableh-nung für die uns angesonnene Finanzkontrollefand, Worte, die auch unserem Bedürfnis durchaus entsprachenund denen in einer besonderen Entschließung zuzustimmen wirunsere Vereitwilligkeit ausdrücklich erklärten. Freilich, was derHerr Reichskanzler in der gleichen Rede über die weiteren Zu-mutungen der Reparationskommission sagte, machte uns imGegensatz zu einigen anderen, etwas vertrauensvolleren Gemüternstutzig. Wir sahen hier offene Hintertüre».
Leider haben wir darin Recht behalten. Wir können uns demEindruck nicht verschließen, daß es in erster Linie die damals schonim Hintergrund stehende Hoffnung auf Genua gewesenist, die dem Kanzler Veranlassung gegeben hat — ich möchtesagen: die ihm den Mut gegeben hat —, wenigstens in der Sacheder Finanzkontrolle gegen den Ententestachel zu locken.
Der Kanzler hat damals in derselben Rede, von der ich ebensprach, hier im Reichstag ausgeführt:
„Entweder wird Genua der große Stern sein, der über demwiedergenesenden Europa leuchtet, oder es wird nur ein Irr-licht sein, dem die hoffenden Völker zustreben, um bald zuerkennen, daß sie nur noch tiefer in den Sumpf geraten sind."
Der Reichskanzler ^Dr. Wirth hat neulich hier mancherleizum Preis von Genua gesagt. Daß es der „große Stern"geworden sei, das zu behaupten hat er selbst nicht gewagt.
Nnd ich sage: Wer spricht heute noch von Genua .(Sehr wahr! rechts.)
Ich will mich darauf beschränken festzustellen, daß Genua unsweder Rettung noch Erleichterung gebracht hat, daß von Genua aus der Kanzler nach der Auflehnung vom 28. März seinen