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Deutschlands Not : Reichstagsrede, gehalten am 23. Juni 1922 / von Statsminister Dr. Helfferich
Entstehung
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Canossagang, in diesem Falle den Gang nach Paris , ange-treten hat, das heiszt, um es richtig auszudrücken, er hat denReichsfinanzminister nach Paris gehen lassen.

Dem Herrn Reichsfinanzminister ist eine Note gewissermaßenals Einfllhrungsbrief für seine Verhandlung vorausgeschicktworden, die die

Note vom S. Mai.

eines der verhängnisvollsten Dokumente derdeutschen Geschichte (sehr richtig! bei den Deutschnat.),eine Note, auf die ich nachher noch zu sprechen komme, die d ieneue Kapitulation in aller Form eingeleitet hat.zu sprechen komme, die die neue Kapitulation in allerForm eingeleitet hat:

Schon diese Note enthielt im Grundsatz slle die Zugeständ-nisse, die später in der Note vom 28. Mai im einzelnen festgelegtund v?>brieft worden s^ ?, In dieser Note sind ohne die Zu-stimmung und das möchte ich ausdrücklich hervorhebenohne die ausreichende Information des Par-laments und seiner für die auswärtigen Ange-legenheiten bestellten Vertretung Erklärungen,on der größten Tragweite abgegeben worden. Schon diese Notevom g. Mai steht im striktesten Gegensatz zu demBeschlusz des Reichstags vom 2S. März, der die da-mals von der Regierung eingenommene Haltung, die eindeu-tige Ablehnung der Finanzkontrolle und auch» soist es im Hause verstanden worden, die Ablehnung gegen-über dem Finanzdiktat ausdrücklich gebilligt hat. (Sehrrichtig! bei den Deutschnationalen.)

Die Negierung hat sich also schon mit ihrer Note vom 9. Maiaußerhalb der von ihr am 28. März extrahierten Erklärung desReichstags gestellt. Sie hat sich sogar in Gegensatz zu dieservon ihr selbst extrahierten Erklärung des Reichstags begeben.

Die Lage wurde noch schärfer akzentuiert durch das von derdeutschen Regierung am 28. Mai in der bekannten großen Rateniedergelegte

Ergebnis der Pariser Verhandlungen des HerrnReichsfinanzministers.

Ich will mich gewiß in die inneren Verhältnisse des Reichs-knbinetts nicht einmischen, aber die Tatsache, daß die Zugeständ-nisse, aus die der Herr Reichssinanzminister die Reichsreaierungin Paris mek>r oder weniger festgelegt hat. sogar dem Reichs-kanzler Dr. Wirth zu weit gingen, steht doch wohl einwandfreifest. Ich wenigstens denke von den Herren zu hoch, als daß ichden nach der Rückkehr des Herrn Dr, Hermes entstandenen Kon-flikt auf andere als schwerwiegende sachliche Gründe zurückführenkann. Ich bin auch überzeugt, daß der Reichskanzler mit miranerkennt..«nd daß er mir nicht widersprechen wird, wenn ich sage»