des deutschen Militär- und Marineetats in dem Jahr, in demdiese Ausgaben kulminierten, im letzten Friedensjahr, betrugenrund eine Milliarde Eoldmark. Heute werden alleinan Goldausgaben für die Rheinlandbejetzung 1680 Millionen Gold-mark verausgabt, allein für die Rhemlandbesatzung fast 70 Pro-zent mehr als das deutsche Heer und die deutsche Marine imJahre der höchsten Anspannung laufend gekostet haben.
Das sind doch geradezu erschütterndeZahlen. Zahlen,die, wie Sie mir zugeben werden, in die ganze Welt hinaus-geschrien werden müssen, geradezu skandalöse Zahlen. (LebhafteZustimmung rechts).
Meine Damen und Herren? Ich mache darauf aufmerksam,daß im AZ a ffenst i llstand s v e r tr a g, wo die Frage derBesatzung zum ersten Mal geregelt wurde, und der doch dieGrundlage des Friedens bilden sollte, verlangt worden ist, daßwir einige strategische Punkte den anderen zur Be-satzung ausliefern sollten. Aus diesen „einigen strategischenPunkten", wie es im Waffenstillstandsvertrag heißt, sind 2 28Garnisonen geworden gegen, ich glaube, 23 Garnisonenin der Vorkriegszeit.
In der Vorkriegszeit haben wir im Rheinland knapp 70 0 0 0Mann stehen gehabt. Bei den Verhandlungen, die über dasRheinlandabkommen geführt worden sind, hat Herr Loucheur dendeutschen Unterhändlern zugesagt, daß die Zahl von 70 000 Mannnicht erheblich überschritten werden sollte. „II ns sera qusIvMrement 6sv385sö" lauten die mir bekannten Worte. Heutesind aus den 70000 Mann 130000 Mann ge-worden. (Hört, hört! rechts.)
Ich weiß nicht, wie die Besoldung der Truppen ist. Aber dieReparationskommission hat selbst wenigstens die Zu-lagen angegeben, die in dem gegenüber den hochvalutarischenLändern so „teuren" Deutschland ihren bei den Kommissionen an-gestellten Offizieren und Soldaten gegeben werden. Nach dieserAufstellung bekommen an Zulagen, also abgesehen von demGehalt, das in der fremden Valuta ausgezahlt wird, derChef, General Rollet, allein 863000 Mark imJahre, von denen er keine Steuern bezahlt, also mehrals der Reichspräsident! ein Oberst und ein Oberst-leutnant in leitender Stellung bekommt 636 000 Mark,' einOberstleutnant und ein Major in leitender Stellung — immernur Zulagen — 454 00» Mark, ein gewöhnlicher Major 409 000Mark, ein Hauptmann oder Leutnant 386 000 Mark, ein Unter-offizier 210 000 Mark und der gemeine Soldat 127 000 Mark.(Stürmische Rufe rechts: Hört! bört!) Deutsche Beamte in derobersten Eehciltsklasse, außer den Spezi alklassen, also die Beamtenin Klasse XIII. unsere Ministerialdirektoren usw., bekommen alsHöchstgehalt in der höchsten Altersstufe nach Ab-zug der Steuern noch nicht ganze 100000 Mark.(Hört! hört! rechts.)