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Was unsere Ausgaben anlangt. so sind wir die letzten,zu destreiten, dasz da und dort eine »rohere Sparsmuteit not-wendig ist. Aber für größere Sparsamkeit zu sorgen ist nicht Auf-gabe der Reparationskommission, sondern das istAusgabe des deutschen Reichstages. Das ist unsereAngelegenheit! ein Einmischen in diese Dinge darf der Reichst«?nicht dulden.
Aber auch wenn wir in bezug auf Ersparnisse alles tun. wasmenschenmöglich ist, was wird dabei im Verhältnis zu den Aus-gaben herauskommen, die wir gegen unseren Willenleisten müssen und auf die ich gleich zu sprechen komme?
Wir haben hier die Denkschrift, die uns vor einige:Zeit vorgelegt worden ist. über die Kosten der Besatzungdes Rheinlandes. Danach sind bis Ende März 1921 aufgelaufen3937MillionenMark Gold. Das find monatlich 140 Mil-lionen Mark Gold oder jährlich 1680 Millionen MarkGold, Zum Satz von 70 auf Papiermark umgerechnet — heutewären es noch mehr — wären das 117,6 MilliardenMark — allein die Eoldausgaben für die Be-satzung und die Rheinlandskommission! (Hört,hört! bei den Dnat.).
Dann kommen die Papierausgaben, die, in ähnlicherWeise umgerechnet, 5540 Millionen im Jahre betragen,aber offenbar viel zu niedrig veranschlagt sind. Wir kommendamit auf 123 Milliarden allein für die Besetzungdes Rheinlandes und die Kosten der Rheinland-kommission. Dazu eine Milliarde Kosten der Re-parationskommission, und ich glaube, ich unterschätze,wenn ich eine weitere Milliarde für alle übrigenmilitärischen und zivilen Kommissionen Hinzu-lüge. Da kommen wir auf 125 Milliarden Papier»mark allein für die Besetzung des Rheinlandesund für Kontrolle.
Nach den neuen Ausstellungen über unsere Reichsausgabenstellt sich das ganze Budget des Reichs für seine innere Ver-waltung, also abgesehen von den Betriebsverwaltungen und vonden Kontributionslasten, auf 123 Milliarden Papiermark.
Die Kosten der Rheinlandsbesatzung und der Entente-Kontrollen sind also höher als die gesamten Ausgaben der Reichs»Verwaltung, der Verwaltung eines Voltes von KV Millionen.
Wissen Sie, wie hoch die Ausgaben für die ganze Reichs-wehr einschließlich der Reichsflotte sind? Nicht ganz 5 Mil-liarden Mark. Wenn die ganze Reichswehr gestrichen würdeaus Ersparnisgründe,!, wie das den Herren hier (nach links)konvenieren tonnte, dann wären noch keine 4 Prozent derrheinischen Besatzungskösten erspart. (Hört, hört!bei den Dnat. — Zurufe links.)
Vergleichen Sie, bitte, die Besakunsrskosten des Rheinlandes, mit dsn Kosten des so erschrecklichen deutschen Militaris-mus vor dem Kriege! Die ganzen laufenden Ausgaben