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entscheidenden Fragen nicht mit dem Kopf durch die Wand. (Lachenund Zurufe links.) Wir sind Realpolitiker genug, um zu wissen(erneute Zurufe links), daß ein verlorener Krieg, nament-lich ein verlorener Krieg von diesen Dimensionen, seine schwerenund ernsten Folgen hat. (Erneuter Zuruf von den Eoz.)
Wir haben uns gegenüber diesen Folgen niemals aufdas starre Nein gestellt, —niemals! (Wiederholte Zurufelinks!) Aber wir haben zweierlei verlangt. (Abg. Dittmann:Sie haben die Folgen heraufbeschworen, Sie sind der Verant-wortliche dafür! — Große Unruhe rechts und Rufe von den D.Rat.: Ruhe!) — Der Herr Marincrsvolutionär von 1S17 ist indiesen Dingen nicht für mich vorhanden! (Lebhafte Zustimmungrechts. — Lärm links.) — Der Herr Marinerevolutionär von l!N7existiert für mich in diesen Dingen nicht! (Lebhaftes Bravo rechts.)
Wir haben folgende Forderungen gestellt, und die Forde-rungen stellen wir auch heute:
Wir fordern erstens, dah
der Makel der Schuldlüge,
dieser Schuldlüge, die an der Spitze der finanziellen Bestimmungendes Versailler Vertrages steht, von uns genommen wird, (sehr gutrechts) und wir fordern zweitens, sah die uns auferlegtenmateriellen Lasten unserer Leistungsfähigkeitangepaßt werden. (Erneute Zustimmung rechts.)
Das ist ein Anspruch, den wir sogar nach den: Versailler Diktathaben.
Auch in dieser gegenwärtigen Situation haben wir durchunseren
Gegenvorschlag zur Zwangsanleihe
den Beweis erbracht, daß wir uns nicht auf die r e i n e K r i t i k,auf die reine Negation beschränken. Aber wenn neueOpfer übernommen werden sollen, wenn ein neuer großerEingriff in die Substanzdes deutschenVolksver-mögens gemacht werden soll, dann, meine Damen und Herren,wollen wir den Zweck dieser Opfer sehen.
Alles ist zwecklos, wenn die Entwertung der Mark indieser Weise weitergeht. Solange dieser Entwertung nicht haltgeboten wird, ist jedes Opfer, das sich Deutschland — zur Sanie-rung seiner Finanzen und für Kontributionszwecke — auferlegt,c-änzlich umsonst. Das alles verschwindet'im unersättlichenRachen des großen Molochs der Kontributionen.Das alles schafft uns keine Erleichterung, das alles schafftuns keine Rettung, das alles entzieht uns nur Blut undKraft und schwächt uns für die E n d l ö s u n a, für die Endrege-lung, die doch einmal kommen muß. (Lebhafte Zustimmung beiden D. Nat.) Deshalb verlangen wir: kein weiterer Devisen-ankauf darf voraenommen werden, solange der Dollar einen be-stimmten Satz überschreitet.