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Ich möchte der Ansicht sein, daß in solchen Fragen in ersterLinie nötig ist. das Richtige zu tun. (Zurufe links: Und wasdann?) Ich gebe Ihnen die Frage zurück und frage Sie: wassoll werden, wenn weiter Erfüllungspolitik gemacht wird. Ich
appelliere an den Herrn, der hier in Ihrer Nähe sitzt, HerrStampfer, an den Herrn Abgeordneten Eothein. Herr Kol-lege Eothein hat vor einiger Zeit im „Acht-Uhr-Abendblatt"geschrieben:
„Man hat es als Katastrophenpolitik bezeichnet, als weiteKreiie des Reichstags das Ultimatum ablehnten. . . . Nochheute bin ich davon durchdrungen, daß Erfüllungs-politik Katastrophenpolitik ist."
(Lebhaftes Hört! hört! und Bravo! bei den Dnatl.) Die Sache
liegt so:
die Fortsetzung der Erfüllungspolitik ist diesichere Katastrophe;
das Fassen eines festen Entschlusses und das Durchhalten diesesEntschlusses ist die einzige Möglichkeit, die Katastrophe abzu-wenden. (Sehr richtig! und Beifall bei den Dnatl. — Zurufe vonden Soz: Ist die sofortige Katastrophe!)
Meine Damen und Herren! Dieser feste Entschluß istum so notwendiger, weil fede Realpolitik von einer nüch-ternen Betrachtung der Ziele und Mittel der Gegner ausgehenmuß. Sie haben geglaubt, mit Ihrer Erfüllungspolitik, mitdem Versuch der Erfüllung, die Franzosen milder stimmen, dieFranzosen gewinnen zu können. Das war einefalsche Ein-schätzung der Ponderabilien und Imponderabi-lien auf der anderen Seite. Die Ziele, der Franzosen — der Fran-zosen, die in Frankreich Politik machen, nicht der Herren, die hier-herkommen und von dieser Stelle aus Friedensreden halten — dieZiele der Franzosen, die in Frankreich Politik machen, sind beutenoch dieselben wie zur Zeit Ludwig XIV. und zur Zeit Na-poleons I. (Zustimmung rechts.) Aber hinsichtlich derMittel haben die Franzosen aus der Geschichte und namentlichaus den napoleonischen Erfahrungen einiges gelernt. Sie habennamentlich aus den navoleonischen Erfahrungen gelernt, daß esunmöglich ist, Deutschland , heute ein Land von immer nochKl) Millionen Einwohnern, mit militärischer Macht zubesetzen und dauernd niederzuhalten. Daß dasnicht geht, wissen auch die Franzosen. Sie würden in Verlegen-heit kommen, wenn sie dazu qezwunaen werden sollten. (Sehrrichtig! bei den Dnatl.) Was sie mit militärischer Macht nichtvoll erreichen können, dazu soll ihnen das im Versa illerDiktat geschaffene
System der finanziellen Erdrosselung
dienen (sehr wahr! bei den Dnatl.). dieses System der finan-ziellen Eror"ssel,?nn> für das blutiger 5iohn das Wort „Reva-rationen" erfunden hat. (Sehr wahr! rechts.) Nur ein Volk