ANMERKUNGEN ZU KAPITEL V, 67- 73
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Fernhalten aller Provinzialismen und Barbarismen, welche die aus aller Welt in Rom zusammenströmenden Menschen mit sich brachten. Aber der Unterschied diesesLiterarlateins vom Vulgärlatein war nie so stark, daß das Volk nicht ohne weiteresseine Oratoren und Schauspieler verstanden hätte.... Dieser Zustand dauerte fort biszum Einbruch der Barbaren: dann geriet die lateinische Volkssprache in Unordnung:aus dem Vulgärlatein wurde das Italienische.
67 Kemeter a. a. O. Erster Entwurf für die Zeitgeschichte beginnt mit dem TodeMartins v., also mit der Zeit, von der an etwaBiondo vom Mittelpunkt des geschicht-lichen Lebens Italiens, der Kurie, aus die Geschehnisse beobachten konnte, erscheintsomit seine für genaue Beobachtungen günstige Stellung als solche erkannt zu haben.
68 Ed. Sabbadini, 130 lettere ined., pag. 102.
69 Venedig, 4. Jan. 1441, Diatriba ccccxliv (vgl. über die Jahreszahl Sabbadinischron. Verz.).
70 Florenz , 13. November 1440, ed. Wilmanns in Gotting, gel. Anz. 1884, n, pag. 876.Ebendort: Quare velis, oro te, cuipiam ex tuis peritioribus negotium dare, commen-taria noni quam referti conficiendi, nedum pampinis lascivientia, sed sarmentisvcpribusque colligatis fascem complentia. Erit vero in his cumulandum quicquidgestum est ubique in Brixiensibus Bergomensibus et Benaci lacus classe a prima oppi-dorum rebellione in hanc diem.
Nach Masius a. a. O. Außerdem noch an Guarnerio. Barbaro sandte den Codex nach8 Monaten wieder zurück, nicht ohne die sorgfältige Arbeit mit hohem Lobe anerkanntund den gelehrten Freund zu weiteren Studien ermutigt zu haben. Guarnerio hattesein Exemplar nach dreimonatiger Lektüre an Pier Candido Dccembrio gesandt.Dccembrio stand als Kanzler des Herzogs Filippo Maria Visconti und Historiographzweier mailändischcr Herzöge auf der Gegenseite. Mit ihm hatte Barbaro währendder Belagerung als Gegner einen amtlichen Briefwechsel gehabt (vgl. Seite 230 ff.),und Biondo war den Visconti nicht wohlgesinnt, schon weil sie sich nach dem miß-glückten Aufstand in Forll dieser Stadt bemächtigt hatten, und dann war Biondo,obwohl er sich an der Kurie befand, immer venezianischer Bürger geblieben und stetsParteigänger ihrer Politik.
Bruni zögerte noch mit seiner Antwort auf das Manuskript, sprach sich dann aber auchanerkennend aus, was den hocherfreuten Biondo zur Fortführung seines Werkes an-spornte.
Über den Charakter dieser ersten Fassung siehe Kemeter a. a. O.: Er schreibt seineMemoiren, welche in ihrer ersten Fassung nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.Er knüpft dieses literarische Unternehmen also nicht an seine wissenschaftlichenStudien an, sondern an seine Erfahrungen im politischen Leben.
71 Verona , 13. Aug. 1441, ep. B. app. pag. 3: ... nec ullum tempus aptius inveniripotuisset quam finiti belli memoria deleta esse videatur.
72 Manelmi datiert freilich seine Widmung schon vom 23. Nov., aber nach '/ 4 Jahrenhat sie Barbaro noch nicht erhalten.
73 Blondus: Hist. ab incl. Rom. imperii, Decas m, liberix, Basel (Froben), pag. 528F:. . . praefectus praesidii cum imperio in civitatem Franciscus Barbarus, vir ante idtempus sola ingenii atque doctrinae gloria, vel solis, ut ita dixerim, pacis artibus clarus,obstitit, ostendens si portae melioribus.. .committerentur...
Die übrigen namentlichen Nennungen in der dargestellten Geschichte der BelagerungBrescias 532H; 534H; 536F; 537C und D; 540G; 547D.
Kemeter a. a. O. bemerkt dazu: Vergleichen wir die von Eugen handelnden mit denzum Lobe Barbaros geschriebenen Stellen, so zeigt sich mit Deutlichkeit, daß das großeGeschichtswerk nicht zum Preise des Papstes verfaßt wurde. Alle möglichen andernPersönlichkeiten werden von ihm erwähnt, daß sie Interesse an seinem Werk ge-nommen hätten, nur der Papst nicht.