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Der Prozeß Erzberger-Helfferich : ein Rechtsgutachten / mit einem Begleitwort von Siegfried Löwenstein
Entstehung
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Wir erhielten nun das abschriftlich folgende Schreiben:

Stockholm , den 19. Dezember 1916.

Herren Patentanwälte Wirth, Dame usw.

Frankfurt a. M.

Betr. Anhybak-Leder-Werke, schwedische Packenkanm.Nr. 3235/12.

Wir erhielten Ihr Geehrtes vom 6. d. Mts. mit derAeußerung Ihrer Mandantin.

Wollen Sie, bitte, Ihrer Mandantin ergebenst mit-teilen, obwohl wir die Provision von 19A> «sehr niedrigfinden, wir jedoch im Interesse der Sache auf dieselbe ein-gehen.

Jedoch hoffen wir, daß Ihre Mandantin uns alles,was für eine Durchführung der Verwertung der Erfindungnötig ist, schicken roird. Vor allem, müssen wir geeigneteProben, sowie Kalkulationen der Herstellungskosten haben.Ist die Fabrikation von verschiedenen LedererzeuMissenbereits in Deutschland in Gang gefetzt, u. hat sich das Fa-brikat im Handel gut bewährt? Dies ist eine sehr wichtigeFrage, und wenn dieselbe bejahend beantwortet werdenkann, wäre dies für die Verwertung in den skandinavi -sehen Ländern ausschlaggebend.

Wir hoffen bald von Ihnen zu hören und zeichnen

hochachtungsvollStempel."

Wie Sie sehen, stehen wir vor der Frage, daß dieeigentlichen Verhandlungen beginnen sollten. Es ist unsnun nicht ganz klar, ob wir heute überhaupt ohne Weiteresdiese Angaben machen dürfen, und wir wären Ihnen sehrzu Dank verpflichtet, wenn Sie uns Ihre Ansicht hierübereinmal mitkeilen wollten. Vielleicht liegt die Sache auchso, daß es möglich ist, irgendwelche Kompensationsver-handlungen einzuleiten, sodaß unsere Regierung evt. vonder schwedischen wichtige Zugeständnisse erhalten könnte,die gegen die Erlaubnis, die Patente dort auszunutzen, er-reicht werden können.