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England und wir : Rede über Wirtschaftskrieg und Wirtschaftsfrieden gehalten vor dem Verband des Einfuhrhandels am 16. März 1918 / von Helfferich
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Wie die Zkonttnentalfperre den entscheidenden Anstoß fTr-ve«Ersatz des exotische Rohrzuckers durch unseren heimischen!Rübenzucker «gegeben hat, so wird aus diesem Krieg die heimische-Kolkswirrschaft mit gewaltigen technischen Errungenschaften her-ivorgehen, die unsere vol?swirtfck)aftliche Unabhängigkeit steigern/damit aber auch unvermeidlich die Grundlagen unseres Außen-handels verschieben. Der Einfuhrhandel wird vielfach derLeidtragende sein; aber er wird sich mit der neuen Lage sicherüberall abfinden, wo es das Wohl des Ganzen verlangt. Erwird seine Anpassungsfähigkeit aufs neue beweisen und fürdaS Verlorene «einen Ausgleich finden in schövferischem Neubau.^

Dazu, meine Herren, muß Ihnen allerdings eines wieder-,geigeben werden, was Sie jetzt schmerzlich vermissen: Die

Bewegungsfreiheit.Mrv wer sich frei bewegen kann, vermag sich anzu-"passen, vermag neu zu schaffen. Die außerordentlichenVerhältnisse des Krieges haben die staatliche Zwangs-,regelung unserer Wirtschaft nötig gemacht. Wir kennenihre Notwendigkeit für den Krieg, wir kennen aber auchihre Nachteile. Ich bin überzeugt, daß »nicht nur -der Handel,der unter dem Zwangssystem am schwersten gelitten hat, sonderndaß alle erwerbstätigen Stände bis auf ganz verschwindendeAusnahmen der Ansicht find, daß die staatliche Zwangsregelung!des Wirtschaftslebens nicht länger aufrechterhalten werden darf,als es die unbedingten Notwendigkeiten des Uebergangs indie Friedenswirtschaft erfordern. Die offeneTürundfreieBahn, die wir vom Ausland verlangen, werden nur dannmehr sein als Floskeln und Phrasen, wenn wir auch! im Innerndie wirtschaftliche Freiheit so bald wie irgend möglich wiederHerstellen. Freiheit im Innern ünd Freiheit nachaußen! in diesem Reichen wird die deutsche Volkswirt-,ßchM die gewaltigen Schäden des Krieges überwinden undzu '!UL?"5? Blülie gedeihen.

Das deutsche Volt hat seit seiusr' nationalen. Wieder--gevwrt in fast 5Mhriger Friedenslarbeit einL überschäumendeL^bensrraft gezeigt; es hat sich im größten Krieg der Weltin allen Schichten und Ständen, in Heer und Heimat über alleBegriffe und alle Bewunderung groß erwiesen. Dieses Volkwird sich den Frieden erkämpfen, den es braucht und den es!verdient hat; dieses Volk wird in ungebrochener Kraft auchden großen Aufgaben des kommenden Friedens gerecht werden,

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