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Hunderts große Störungen in den Preisverhältnissen der ganzenWelt eintraten, welche sich in ungeheuren Klagen der Regierun-gen und des Volkes Lust machten; es wurde das, was früherein gewisses Geldstück werth war, 4 —5mal so hoch bezahlt,und es mußte vielfach eingegriffen werden, bis die Verhältnisseso geregelt waren, daß die alten Preise und alte Verpflichtungen,die in Geld übernommen waren, auch dem augenblicklichen Geld-werthe entsprachen. Eine ähnliche Situation bot sich dar zurZeit, da, nachdem die französische Revolution die oben beschrie-bene Krisis bestanden hatte, unter den vielen kühnen Neuerun-gen, die am Ende des vorigen und zu Anfang des gegenwärti-gen Jahrhunderts in Frankreich eingeführt wurden, auch die Re-form des ganzen Münzwesens in Angriff genommen wurde.Und zwar geschah dies im Jahre 1803, dem Jahre XI der Re-publik . Mit der Scharfsichtigkeit und dem Muthe, den manüberhaupt jeuer Zeit nicht absprechen darf, und der natürlichnicht zu finden ist ohne eine gewisse Keckheit und Oberflächlich-keit, die sich nicht an zu viel Bedenken stoßen, die aber in sol-cher Uebergangsperiode mehr Vortheile als Nachtheile haben,ging die französische Gesetzgebung auch an die systematische Ein-führung eines MünznKsens, wie man es auf diese Weise inEuropa noch nicht begründet hatte, und zwar wurde damals dasin Frankreich eingeführt, was uns heute unter dem Namender Doppelwährung bekannt ist. Es wurde zugleich zum Theilauch dasjenige eingeführt, was gleichfalls eine Errungenschaftder französischen Revolution ist, das metrische System, derartdaß eine bestimmte, leicht faßliche Gewichtseinheit Silber einenbestimmt denominirten Geldwerth haben sollte. Die Unifikation,die ja überhaupt die Grundlage und der Ausgangspunkt der da-maligen Bewegung von Frankreich war, führte auch in diesem
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