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Die Entstehung des Weltkrieges im Lichte der Veröffentlichungen der Dreiverbandmächte / Karl Helfferich
Entstehung
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machte, haben Herr Scheheko und der Graf Berchtold diebestehenden furchtbaren Schwierigkeiten geprüft mit dem gleich-massig guten Willen, beiderseits annehmbare Lösungen zufinden (avec une égale bonne volonté d'y adapter des solutionsréciproquement acceptables"). Der russische Botschafter er-klärte, dass die militärischen Vorbereitungen Eusslands keinenanderen Zwek hätten, als die Sicherung gegen die österreichisch-ungarischen Massnahmen und die Bekundung der Absicht, unddes Rechts des Zaren, bei der Regelung der serbischen Fragemitzusprechen. Graf Bei'chtold antwortete mit der Erklärung,dass die österreichisch-ungarischen Vorbereitungen in Galizien gleichfalls keinerlei Angrifisabsicht entsprungen seien. Vonbeiden Seiten war man einig, sich dahin zu bemühen, dassdie Massnahmen nicht als feindselige Schritte interpretiertwürden. Der Bericht des französischen Botschafters fährtdann fort:

Pour le règlement du conflit austro-serbe il a été convenuque les pourparlers seraient repris à Petersbourg entre M.Sazonoff et le comte Szapary; s'ils ont été interrompus, c'estpar suite d'un malentendu du comte Berchtold croyant que leMinistre des Affaires étrangères de Russie réclamait pour soninterlocuteur des pouvoirs qui lui permettraient de modifierles termes de l'ubimatum autrichien. Le compte Szapary seraseulement autorisé à discuter quel accommodement seraitcompatible avec la dignité et le prestige dont les deux Empiresont un souci égal. Ce serait donc, pour le moment, sous cetteforme directe et réduite aux deux plus intéressées qu'auraitlieu l'examen que Sir Edw. Grey proposait de confier auxquatre Puissances non directement intéressées. Sir M. deBunsen, qui se trouvait chez moi, a aussitôt déclaré à M.Schebeko que le Foreign Office approuvera entièrement cettenouvelle procédure". (Für die Regelung des österreichisch-ungarisch-serbischen Konflikts kam man überein, dass die Be-sprechungen in Petersburg zwischen Herrn Sasonoff und demGrafen Szapary wieder aufgenommen werden sollten; wenndiese unterbrochen worden sind, so lag ein Missverständniszugrunde, indem Graf Berchtold glaubte, der russische Ministerdes Aeussern verlange für seinen Gegenverhändler Voll-machten, die diesen berechtigen sollten, die Bedingungen desösterreichisch-ungarischen Ultimatums zu ändern. Der GrafSzapary soll nur befugt sein zu erörtern, welcher Ausgleichverträglich sein würde mit der Würde und dem Prestige, aufdie beide Kaiserreiche in gleicher Weise bedacht seien. Indieser direkten und auf die beiden unmittelbar Interessiertenbegrenzten Form würde also die Prüfung stattfinden, die SirEd. Grey den vier ni ht unmittelbar interessierten Mächtenzu übertragen vorgeschlagen hatte. Sir M. de Bunsen, dersich bei mir befand , hat Herrn Schebeko alsbald erklärt, dassdas Foreign Office dieses neue Vorgehen durchaus billigen werde.)