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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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Serenissimus saßen bei der Chokolade und prüftenmit höchsteignen Augen die neuesten von London einge-laufenen Substdienrechnuugen. Sie bestätigten, daß diePosten mit der berechneten Anzahl von verstümmeltenGliedern ihrer Soldatenlieferung nach dem übereinge-kommenen Tarif für Arm, Bein, Aug' oder Finger ge-nau stimmten, und geruhten in landcsvätcrlicher Huldeinen nicht unansebnlichen Theil dieser Summen auf dasBudget des ruhmreichen Karolinums und zur Verschö-nerung laudgräflicher Parkanlagen, zu welchen an Sonn-und Feiertagen auch die getreuen Kasseler Bürger Zulaßhatt n, auszuwerfen. Hieraus ließen Durchlaucht deroLeibfchimmcl vorführen und begaben sich zum Parade-platz, wo der letzte Transport der an das MinisteriumNorth verkauften Soldaten aufgestellt war, und dengnädigen Landgrafen mit einem wohleinstudirten: Juchhenach Amerika ! empfing. Was damals die kleinstendeutschen Landesherren mit ihren getreuen Unterthanenausrichten konnten, das läßt sich auch heute noch miteinigermaßen veränderter Manier durchführen. Denn esist bekannt, daß man dem wackeren Hessenfürsten Unrechtthut, wenn man glaubt, er allein habe diesen saubernMenschenhandel betrieben Hcsscnland war nur damalswie zu aller und neuester Zeit das erhabene Musterbildeines patriarchalischen deutschen Regiments. Waldcck, An-spach, Anhalt-Zerbst, Braunschweig und Hannover obla-gen der nämlichen Industrie, und nicht bloß in den ver-einigten Staaten, auch am Kap und in Batavia kämpf-ten die wackeren Deutschen für fremden Despotismus