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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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zur Bereicherung ihrer Souveräne. So verstanden allzeitdeutsche Fürsten die Handfestigkeit ihrer Landeskinder füribre Privatzwecke zu benutzen, und so übten sie dieseKunst mit besonderer Vorliebe da wo es galt die Amspräche des Absolutismus gegen irgend ein nach Unab-hängigkeit ringendes Volk zu vertheidigen. Was wir heutsehen ist ganz dasselbe Schauspiel, nur mutstis mntsnäis.Das Handgeld für die an Oestreich zu leistende Hülfegegen Italien wird zwar nicht in blanken Thalern ver-rechnet, allein die Triebfeder ist wie damals die Erhal-tung und Befestigung der partikulären Landessouveränctät,welche durch eine nationale Bewegung des Continentsund durch die Erschütterung des fundamentalen habsbur-gischcn Absolutismus mit Recht bedroht erscheint. Undwie innig die Aufrechterhaltung ungeschmälerter Landes-souveränetät mit der Vermehrung allerhöchster Civillistenund Domanialgerechtsamen verwachsen ist haben deutscheStände seit 1849 weidlich erfahren können. Der fort-geschrittenen Bildung aber verdanken es die allerhöchstenHerrschaften, daß sie die zu einen: lustigen Juchhe nachAmerika ! begeisternde Schnapsvertheilung nunmehr durchGestaltung burschenschaftlicher Lieder ersparen, und mittelstaufgewärmten Franzoscnhasses, mittelst jesuitischer Um-triebe, besoldeter Zeitungen und herabgekommener Aktien-besitzer eine scheiupatriotische Erhebung in Szene sehen,deren Ausgangs- und Endpunkt in erster Linie die Er-haltung des Habsburgischen Soldaten- und Pfaffendespo-tismus ist, in zweiter Linie die Erhaltung der daraufbasirten Zersplitterung Deutschlands in dreißig souveräne