Gemach, ihr Herren! Wisset ihr was eine öffentlicheMeinung ist2 Nicht das blöde Geschrei einer seit zehnJahren geknebelten, erdrückten, zersetzten, demoralisirtenAnzahl von Millionen. Nicht der hohle Widerhall jenerallein privilegirten Irrlehren, welche seit zehn Jahrendie Dunkelmänner aller Klassen in die Ohren der Na-tion hineinschreien durften! Richt der Ausbruch desGiftes, welchen Ultramoittanismus und Agiotage unbe-helligt dem Volkskörper eingeimpft haben. Ja, wennin diesen zehn Jahren, welche seit dem letzten National-Bankrut verflossen sind, e in freies Wort hätte in Deutsch-land erschallen dürfen, wenn gleiches Recht gegolten hattefür die Missionäre der Aufklärung, wie für die der Bcr-dummung, ja wenn eine Masse da wäre, die man nichtalles politischen Denkens mit Gewatr entwöhnt hätte, jaund wenn dann eine öffenlliche Stimme sich erhöbe undmit Alleiuigkcit ihr Wort erschallen ließe, wer wollte sichnicht in Demuth beugen und seinen Irrthum bekennen ?aber nimmer mehr vor diesem eingetrichterten Gebrüllentwürdigter Unterthanen, hinter welchen die ganze Meutewohlabgcrichteter Hetzhunde einherbellt — nimmermehr!Meint ihr, die Herren hielten so ganz umsonst auf dieausschließliche Gewalt, die Presse zu besitzen, die Lehrerzu ernennen, die Schulen zu regieren, die Bücher zucensiren, die Klöster zu stiften, und unwidersprochen Jahraus Jahr ein ihr Lied ertönen zu lassen? Meint Ihr,daß sei blos aus Drodneid auf die Beredsamkeit ihrerNebenmenschen und aus Wohlgefallen an ihrer eigenenSuada? Nicht doch! Sie wissen es recht gut, daß man
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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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