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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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gel auf die Einheitsbestrebungen der Nation Geschichte?Ist das Konkordat mit den Jesuiten Geschichte? Leben-dige, brennende Gegenwart, frische Schamröthe um Ver-lorne Anstrengungen, Schmach und gebrochene Worte undzerrissene Verträge, Thränen die noch fließen sollten umedle Opfer, Blut das noch dampft, Ketten die noch klirren, Geschichte, welcher Lebende braucht von Geschichtewas zu wissen, der nicht Gedächtniß und Verstand zu-gleich verloren hätte!

Aber nicht einmal das Gedächtniß zu verlieren gibtes eine Ausrede. Nehmen sich doch die Herrschaftenselbst die Mühe, die glorreiche Erhebung-von 1813 an-zurufen, als wären diese Jahre des Aufschwungs undder Hingebung nicht unzertrennlich und jämmerlich ver-bunden mit den Jahren 1815 bis 1818, 19 und allefolgenden mit der Abläugnung aller Verheißungen, mitder Verfolgung aller Wackere», mit der Erstickung allerguten Keime. Ja das darf man dem deutschen Michelbieten, wenn man von Gottes Gnaden ist und ihm überdie Polizeistunde hinaus zu singen erlaubt. Hätte mandoch beinah die Stirne ihn an 1848 zu erinnern undlassen gewisse Wiener Hofdemokraten schon leise durch-blicken, daß man in der Burg die Reichsverfassung nochnicht ganz vergessen habe, und mit einer großdentschcnAuferstehung schwanger gehe. Welch ein entsetzlicher Ver-lust, daß gerade jetzt der Johann gestorben, und wo wirdman den Rcichshanswurstcn im Tyrolerröcklein herneh-men, um eine gemüthliche Verwesung einzusehen, bis daßwieder die Stunde gekommen sei die Puppe in den