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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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reich, in Italien, in Spanien und wo nicht? als hättendie Schweizer , die Schotten und alle abcntheuer- undrauflustigen Völkerschaften nicht dasselbe getrieben! Wenndie Deutschen der Stimme ihres eigenen Rechtsgefühlsund dem Vernunflschluß aus ihrer ganz gleichartigen Un-glückslage folgten, so würden sie der italienischen Einheits-bestrebung aus tausend Kehlen zujauchzen.

Aber wer das jetzt ausspricht, der wird als senti-mentaler Faselhans niedergeschrieen. Denn in diesempolitischen Kunstgriff liegen abermals zwei Geheimnisseder modernen Volksausbeutung begraben. Einmal dasNiederschreien überhaupt. Wo die Herren einen Grund-satz hervorkeimen sehen, der ihnen im innersten Markgefährlich werden könnte und dessen logische Konsequenzenbei einiger ungestörter Erörterung mit zwingender Be-weiskraft ihnen zu Leibe rücken möchten, da geben sieihren Claqucurs die Losung, beim ersten Wort mit sol-chem anscheinenden moralischen Unwillen loszubrechen,daß vorab keine Stimme hörbar werde, und daß sodannder verblüffte Philister aus der himmelhohen Entrüstungdes tonangebenden Auditoriums auf die Ruchlosigkeit deslautgewordcnen Gedankens und auf die Ungeheuerlichkeitseiner eigenen Versuchung bei Duldung solcher Blas-phemien schließen müsse. So war es unter der bour-bonischen Dynastie percmptorisches Stichwort, jede Erin-nerung an den Convent niederzuschreien; so wurde Rügeniedergeschrieen, als er zum ersten Mal gegen OestreichsHerrschaft in Italien sprach. Etwas Bestialität stecktja immer ini Menschen und wenn man ihm das Toben

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