zwangsweise gegenseitige Morden und Plündern zumRuhm und zur Bereicherung einiger erlauchten Häuserehrwürdig historisch geworden, ist es auch dahin gekom-men, daß die armen Teufel verschiedener Zungen sicheinen ewigen Haß nachtragen, welcher jedoch nur dannangefacht wird, wenn es den Interessen der Herrschen-den dient, die selbst aufgeklärt genug sind, um zu an-deren Zeiten mit ihren ausländischen Vettern im herz-lichsten Einverständniß zu leben. Um nicht vom glor-reichen Rheinbund zu reden, welche süße Eintracht mitRußland und mit dem jetzigen Napoleon haben wirnicht selbst erlebt, als es sich darum handelte mit Hülfeder europäischen Ccntralpolizei die eigenen getreuen Unter-thanen zu maßregeln, welchen mau jetzt mit solcher Ent-rüstung den Erbfeind denunzirt. Die Deutschen vollendssind noch mehr als jeder andere Stamm frei vombarbarischen Frcmdlingshaß und gar von dem Ehrgeiznach Außen zu herrschen. Wie könnte auch in einemVolk, das nie zu einer staatlichen Organisation undzu nationaler Eiuhcitssorm gekommen ist, der Drangbestehen, fremde Länder zu unterjochen? Ehe wir frem-des Gut besitzen wollten, müßten wir doch uns selbstbesitzen. Aber die gelehrte Burschenschaftsmaskerade willuns jetzt weiß machen, wir hätten von jeher den Be-ruf gefühlt über Italien zu herrschen, weil deutscheLanzknechte für Sold und Plünderungsrecht in Italien hausten! Als hätten sie nicht auf allen Seiten für undwider jedes Land und jeden Herzog hundertmal in der-selben Schlacht sogar gegeneinander gckämpft, in Frank-
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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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