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Kassen.) Ist aber schließlich den Argumenten doch nichtauszuweichen, so kommen die beliebten Theoriccn, die manje nach Umständen bald aus dem Sack herausholt, baldwieder hineinsteckt. Da heißt es vorab: aller innere Zwistmuß schweigen, wenn es sich von äußern Feinden han-delt. Mit Verlaub, es wird zwar große sittliche Entrüstungaufwirbeln, aber ich nehme mir die Freiheit doch zu be-merken: der innere Feind ist bei weitem gefährlicherals der fremde, eine Sticfniutter die mit Vergiftung droht,ist unendlich gefährlicher als ein Nachbar der mich be-rauben will, und zuerst suche ich mich der Stiefmutterzu entledigen. Je näher mir ein Feind steht, desto haffcns-werther und verderblicher ist er, und alles Böse wasFrankreich schon um Deutschland verschuldet hat, ist einSandkorn, wenn zu Oestreichs hundertjährigem Giftmi-schcrshstem verglichen. Während — wie schon oft bemerktworden — ein Angriff von Außen zuweilen eine heilsameAufrüttelung innerer Kraft nach sich zieht, gibt es gegendas infame Erstickungs- und Erstarrungssystcm innererBlutsauger keine Schadloshaltung. Es frißt beständigum sich, und wächst im Wirken. Habsburgs Despotis-mus und Jesuitenallianz ist hundertjährig*) und endlos,Frankreichs Angriffe sind periodisch, dem Systemwcchsclund den Machtbedinguugen unterworfen. Oestreich isthundertmal tödtlicher für Deutschlands Größe als Frank-
*) Die Anhänglichkeit für diesen (Jesuiten- ) Orden ist in derFamilie Habsburg erblich geworden, schrieb Kaiser Joseph II. I77San Chotieul.