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reich, zunächst aber handelt es sich gar nicht von franzö-sischen Angriffen. Der Angreifer ist vorerst Oestreich undgegen den ersten Angreifer sich zu vertheidigen verlangtder gesunde Menschenverstand; Oestreich droht uns mitdreifacher Gefahr, einmal indem es den Kampfplatz vonseinem obcritalicnischen Boden in das Rheinland herüberspielen, indem es unsere Länder statt seiner Länderverwüsten, mit unserm Geld statt mit seinem Nicht-geld die Kroaten ernähren will; zweitens indem es ausder Kalamität eines östreichisch-französischen Kriegs dieungleich größere eines Universal-Krieges schaffen möchte,denn die auf jedenfall bankrutte und gefährdete Monar-chie hat ja doch nichts zu verlieren; drittens schließlichund hauptsächlichst aber indem es durch das in Wir-kung gesetzte Solidaritätsverhältniß mit seinen fürstlichenSatrapen und durch die Ucbcrstimmung Preußens ganzDeutschland in die Tasche stecken würde. Und das Allessollen wir hinnehmen, ja sollen mit Heißbcgierde, Feuer-eifer und Gluthbegeisterung danach greifen — alles umeiner französischen Diversion am Rhein zu entgehen fürdie im Augenblick noch nichts als nur halbe Wahrschein-lichkeit spricht! Es wäre ebenso langwierig als müßig,dermalen abzuwägen, was für und wider eine solcheWahrscheinlichkeit aufzubringen sei. Wer kann die tausend-fachen Combinationen voraussehen, die im Verlaufe desWellengangs in die Ereignisse eingreifen, wer kann denEinfluß des heute noch gänzlich Ungeahnten auf denGang der Geschichte ausrechnen? Gewiß ist nur eine Ge-fahr, das ist die: Deutschland zunächst, und dann Eu-