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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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ropa durch unsere freiwillige Einmischung mit den Schrek-ken und Verwüstungen des Kriegs heimzusuchen, und als-dann im besten Fall, im Fall eines östreichischen Ob-stegens, den Habsburgischen Stock und die jesuitische Ka-marilla, definitiv zum Maßstab deutscher Geschicke einzu-sehen. Die Gefahr eines Angriffs von Außen besteht je-derzeit für jeden kontinentalen Staat; sie bestand fürDeutschland von französischer Seite her vor der heutigenVerwickelung, und wird nach Beseitigung derselben be-stehen, so lange das europäische Festland ein System vonMilitärstaaten bleiben wird. Aus Furcht vor solchen An-griffen auf seine Nachbarn offensiv losgchen zu wollen,hieße sich zu einem permanenten Kriegszustand verdammen.Freilich hat es die Soldatcnherrschaft allerwärts schon da-hin gebracht, daß der Normalzustand von Europa in ge-wissen Proportionen diesem ewigen Kricgszustaud entspricht,indem jeder Staat Jahr aus Jahr ein fabelhafte Ar-meen unterhält, und fortwährend seine Rüstungen aus-dehnt, in Folge deren die wechselseitige Beobachtung undBalancirung dieses Unwesens zu einem wechselseitigenUeberbieten in länderaussaugenden Kriegsbudgets führt.Aber wir dächten, dieser pcrcnnirende friedliche Kriegs-stand sei schon Unglück genug an sich und brauchte nichtnoch, um den Continent vollends zu Grunde zu richten,zu einem permanenten Blutvergießen vervollkommnet zuwerden. Bornirtc CorporalssouverLne können darin aller-dings das Ideal ihres erhabenen Berufs finden, aberein nicht blödsinnig gewordener Bürgerstand kann un-