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That geworden sein. Sie hat nicht die geringste Ur-sache, die politischen Körperschaften der Reichs- nndLandtage durch die unpolitische Körperschaft desZollparlaments zu verdrängen. Und sind auch Finanz-zölle vernünftiger als Schutzzölle, so sind sie dochentfernt nicht das Ideal einer rationellen Staatsbe-wirthschaftung. So lange wir einen einzigen Zoll be-halten, werden wir die kostspielige und lästige Grenz-bewachung und Durchsuchung nicht los, welche in sokrassem Widerspruch steht zu dem freien und raschenVerkehr, dem eigentlichen Lebensprinzip der Gegenwart.Das Ideal, wenn das Wort doch einmal nicht zu schönsein soll für das gemeine Geldbedürfniss, das Idealder Staatsverwaltung muss vielmehr die reine direkteAbgabe sein. Und der richtige Weg für das Zoll-parlament wäre nicht: Steuern entbehrlich zu machenund Zölle auf die nothwendigsten Bedürfnisse dafüreinzuführen, sondern umgekehrt, alle Lebensmittel zuentlasten und ersatzweise dafür Vermögenssteuern um-zulegen. Als ich im Zollparlament den Satz aussprach,dass die Reichen zu den Staatslasten nicht in ent-sprechendem Verhältnis beitrügen, erhob sich vonder rechten Seite lautes Murren. Daran sind wir ge-wöhnt. Die Herren liebäugeln vielleicht unter Umständenmit den unausführbaren Thorheiten der Lassalleaner,aber billige Gr undsätze ausführbarer Steuervertheilung