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wie wirtschaftlich weniger entwickelte Edelmetall-Produktionslander, dengrößten Teil ihrer Edelmetall-Produktion an das Ausland abgeben, sonderndaß ihr eigener Bedarf an Edelmetall ein sehr beträchtlicher ist und zeit-weise ihre eigene Produktion wesentlich übersteigt.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse und vor allem die Währungsgesetz-gebung der Vereinigten Staaten haben ihrerseits dazu beigetragen, dieEdelmetall-Bilanz des Landes zu einer überaus schwankenden und un-berechenbaren zu machen.
In den 60er Jahren war es die Ausgabe von Staatspapiergeld mitZwangskurs, durch welche nicht nur das neuproduzierte Edelmetall, sondernauch ein großer Teil des bisherigen Metallumlanfs außer Laudes ge-trieben wurden.
Die Einführung der Goldwähruug im Jahre 1873 blieb zunächstohne Wirkung, da erst im Jahre 1879 die Barzahlungen in Gold auf-genommen werden sollten.
Gegen Ende der 70er uud in der ersten Hälfte der 80er Jahrewirkte die Rückkehr zn den Barzahlungen, verbunden mit großen Getreide-Exporten, zusammen, um nicht nnr alles nenproduzierte Gold in denVereinigten Staaten zurückzuhalten, soudern sogar um zeitweise sehr be-trächtliche Goldmengen aus dem Ausland herbeizuziehen (1880 77 Millionen,1881 97V2 Millionen Dollars).
Die für die Union günstige Goldbewegung dauerte im großen Ganzenbis 1888. Von nun an machten sich die Wirkungen der Silbergesetze,welche dein Umlauf ohne Rücksicht auf das Bedürfnis des Verkehrs silberueZahlungsmittel in großen Mengen zuführten, stark fühlbar.
Die Silberdollars und die das Silbergeld vertretenden Papierscheinenahmen einen immer größeren Raum in dem amerikanischen Geldvorratein. Sie beschränkten dadurch die monetäre Verwendung des Goldes.Außerdem geriet durch die Silbergesetzgebung die amerikanische Währungin einen überaus kritischen Zustand, durch welchen die Zurückziehungeuropäischer Kapitalien in großem Umfange veranlaßt wurde, natürlichdurch den Bezug von effektivein Gold. Die gesteigerte Goldprodnktionin den Vereinigten Staaten trug gleichfalls dazn bei, die Goldansfuhranwachsen zu lassen.
So kommt es, daß von 1889 bis 1895 die Vereinigten Staaten inkeinem einzigen Jahre mehr Gold eingeführt als ausgeführt haben.
Entsprechend der Natur ihrer Ursachen weisen die Zahlen der ameri-kanischen Goldbilanz die stärksten Schwankungen auf. Die Mehrausfuhr