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Im März und April nahm die Silberausfuhr nach dem Osteuaußerordentlich ab. Am 28. März teilten Pixlen und Abell mit, daßbereits in der dritten Woche der Dampfer ohne Silber nach Indien gehe,und am 27. April heißt es im Ekonomist, die Silberverschiffungen mitden Peninsular und Oriental Steamers hätten praktisch aufgehört. DerGrund ist eben dort mitgeteilt. Die großen Begebungen von indischenSchatzwechseln würden immer noch zu dem außerordentlichen Betrag vonetwa 24 Millionen F pro Jahr auf den Markt gezwängt'.
Dagegen wurden für amerikanische Rechnung ziemlich bedeuteude Silber-mengen in London gekauft, während gleichzeitig die englischen Wechselkurseauf Newyork den Bezug von Gold aus Amerika gestatteten. Wie die Lon-don Joint Stock Bank an die Reichsbank berichtete, erzählte man sich, diekalifornischen Edelmetallhäudler hätten ihren Minimal-Silberpreis aufetwa 55 ä Londoner Notierung festgesetzt und unter diesem Liinitumwährend des März nichts an die amerikanische Regierung verkauft.
Die amerikanischen Käufe erhöhten den Silberpreis in der zweitenHälfte des März langsam wieder bis auf 54°/3. Deutschland verkauftevom 11. März ab wieder erhebliche Silbermengen.
Anfang April hörte jedoch die amerikanische Nachfrage auf lind derenglische Silbermarkt verfiel, bei dem fortdauernden Mangel jeder Nach-frage für Indien, einer völligen Apathie. Die deutschen Verkäufe hörtenfür eil? halbes Jahr vollständig auf.
Es ist interessant, die Vorgänge auf dem Londoner Silbermarktwährend der Monate, in welchen sich Deutschland aller Verkäufe enthielt,zu verfolgen.
Eine Preisbesserung trat nicht ein. Das Silber beharrte vielmehrin seiner sinkenden Tendenz.
Trotz der Leblosigkeit des Silbermarktes fuhr der indische Rat mitseinein enormen Angebot von Councilbills fort. Die Bills wurden zu soniedrigen Kursen begeben, daß sie sich — im Gegensatz zum normalenVerhältnis — wesentlich billiger stellten als Barreusilber. Am 6. Aprilmachte der Ekonomist daraus aufmerksam, daß der Kurs der Councilbillseinem Silberpreis von nur 53^/8 entspreche, während der Silberpreis in
auf ä teils der Erledigung großer Orders für Indien, teils der erheblichen Ver-mehrung der Couneilbills zu.
! Monatlich ca. 200 Lakh Rupien 2 Millionen F (zum alten Kurs).