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Teil der Umsätze zu stände auf Gruud des mehr oder miuder vagenEindrucks, daß die Kosteu des Krieges die Silberuachfrage vergrößernmüßten. Der Ekonomist warnte vor dieser Spekulation, indem er schrieb(23. November): „out it must not t>s t'orAvttsn tl^at !^t tl^s prsssnt tirnsinons^ is vei-^ onsax in Incki-i,"; deshalb sei ein wesentliches Steigendes Silberpreises nicht glaublich.
In der That trat bald ein neuer Nückfall ein. Eine abermaligeSteigerung des Councilbill-Angebots und das fast spurlose Verschwindendes indischen Bedarfs — im Dezember betrug der englische Silberexportnach Indien nnd China nicht ganz 21.000 K ^ verursachten einen neuenPreisrückgang, der in der zweiten Decemberhälfte wieder auf 49^/2 äankam, Deutschland hatte am 25. November seinen letzten Verkauf inLondon abgeschlossen, und zwar zu 50^/4. Seither verkaufte es nur fürÖsterreich bestimmtes Silber an deutsche Bankhäuser.
Der Ekonomist vom 2l. Dezember schildert die außerordentliche Ge-staltung des Silbermarktes während des Jahres 1878 kurz zusammen-fassend mit folgenden Worten:
„Deutschland hat seine Silberverkäufe nicht forciert, die VereinigteilStaaten haben einen großen Teil ihres Silberangebots für ihre Präge-zwecke zurückgehalten; während bis zum heutigen Datum im vorigen Jahr12.600.000 K von Southampton nach Indien verschifft wurden, belaufensich die Versendungen in diesem Jahre nur auf 3.362.000 F. Dieauf die Hungersnot in Indien folgende allgemeine Depression und dievermehrte Begebung von Schatzwechseln während des Jahres 1878 habenzur Zeit Indiens Aufnahmefähigkeit für Silber vollständig gebrochen."
Das neue Jahr begann also mit wenig güustigen Aussichten; zumaldas Angebot von Councilbills trotz der schlechten Marktlage abermalserhöht wurde (auf 40 Lakh pro Woche).
Es trat jedoch eine entschiedene Wendung in dem indischen Silber-bedarf ein. Auf die lange Depression des Jahres 1878 folgte in Indienein wirtschaftlicher Aufschwung, namentlich auch ein Aufschwung desExporthandels. Dadurch wurde der Bedarf nach Zahlnngsmitteln fürIndien gesteigert. In Indien selbst trat Geldknappheit ein und dieBanken von Bombay uud Bengalen erhöhten ihre Diskontsätze schrittweiseauf 8°/». Im Gegensatz zu den 21.000 F, welche im Dezember 1878nach Indien versendet wurden, weist der Januar 1879 eine Silber-verschiffung von 928.000 F nach Ostasien auf.