Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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Hinsichtlich der Papierzirkulation können wir uns kurz fassen.Die Ausgabe von Reichskassenscheinen ist auf 120 Millionen Markbeschränkt.

Der Betrag der metallisch nicht gedeckten Banknoten unterliegt sehrstarken Schwankungen; im Jahre 1897 war der durschnittliche Umlauf314 Millionen Mark, während er in den vorhergehenden Jahren beträcht-lich geringer war.

Für das Jahr 1897 erhalten wir folgendes Bild des gesaintendeutschen Geldbestandes:

°/o des ges.

Will. Mark Geldbestandes1) Goldgeld........ 2.940 ^ 68,3

2) Silber- und Scheidemünzen . . 935 21.7

Metallgeld:

3.875

90,0

3) Reichskasseuscheine.....

120

^

2,8

4) Metallisch nicht gedeckte Bank-

314

7,2

Metallisch nicht gedecktes Papier

434

10,0

Gesamter Geldbestand: 4.309 Mill. Mark 100,0

Diese Zusammensetzung erscheint als eine überaus günstige, nament-lich wenn man in Betracht zieht, daß der ungedeckte Notenumlauf im Jahr1897 eine ausnahmsweise Anspannung aufwies, und wenn man einenVergleich mit den Verhältnissen vor der Geldreform zieht.

Damals betrug der uugedeckte Papierlimlauf (ausschließlich der Dar-lehenskassenscheiue des Norddeutschen Blindes, welche für einen augen-blicklichen Zweck ausgegeben waren) im Jahresdurchschnitt etwa 550 Mill.Mark gegenüber einem Metallgeldbestand von nicht ganz 2000 Mill. Mark;er betrug also mehr als 20°/» des gesamten Geldbestandes, während erheute nur etwa 10°/» ausmacht, im Durchschnitt einer längeren Reihevon Jahren sogar noch beträchtlich weniger.

Auch in dieser Hinsicht ist also die Entwickelung des deutschen Geld-wesens eine erfreuliche gewesen.

Von dem Geld bestand ist der freie Geldumlauf wohl zu unter-scheiden.

Von den deutschen Reichsgoldmünzen liegen 120 Millionen Markals Kriegsschatz in Spandau .

In der Reichbauk befanden sich im Durchschnitt des Jahres 1896Reichsgoldmünzen im Betrag von 269 Millionen Mark. In Analogie