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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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Norwegen auf der einen Seite, Holland auf der anderen gabendurch ihr Vorgehen der Welt zu verstehen, dass Deutschland nicht einer theoretischen Schrulle gehuldigt, sondern eine Bahnbetreten hatte, in welche aus innerer und äusserer Notwendig-keit später oder früher jeder vernunftgemäss regierte Staat wirdeinlenken müssen. Und zwar waren die skandinavischen König-reiche auf einem Wege zu ihrem Entschluss gelangt, der vondem der Holländer ganz abseits lag. Jene haben, ähnlich wieDeutschland , aus freien Stücken sich zunächst zur Herstellungeines einheitlichen Münzwesens ermannt und sind bei dem Nach-denken über die hierbei zugrunde zu legende Wahrheit gleich-mässig wie wir zur Einsicht gelangt, dass etwas anderes als diereine Goldwährung nicht denkbar sei, sobald überhaupt einmalreformiert werden solle. Anders kam die Sache in den Nieder-landen ; hier lässt sich eher eine Verwandtschaft mit der Ent-wicklung der Dinge in Frankreich erkennen. Nicht der selb-ständige Wunsch nach Reform, nicht die Verwertung theore-tischer Erkenntnis, sondern der Druck der faktischen Bedrängnisseschob die Gesetzgebung vorwärts. Holland besass die reineSilberwährung, und ganz folgerichtig hatte es den Privaten dieFreiheit gegeben, Barren zu Münzen ausprägen zu lassen. So-bald der Silberpreis namhaft herunterzugehen anfing, drängtensich natürlich die Barren zu, um sich in Gulden zu verwandeln,und das Königreich ging der Gefahr entgegen, einen Geldum-lauf bei sich anwachsen zu sehen, der in dem Mass sich steigernmusste, als das zu seiner Herstellung dienende Metall an Wertverlor. Die aus einer solchen Bewegung sich erzeugenden Miss-stände führten so unmittelbarerweise zu handgreiflichen Ver-legenheiten, dass für theoretisches Besinnen über die Metall- undMünzpolitik nicht lange Zeit übrig blieb. Man musste die Thürschliessen, um nicht Land und Leute in Zukunft grossen Ver-wirrungen und Verlusten auszusetzen. Auch hier, wie später inFrankreich , erhob sich die Gesetzgebung nicht auf einen Schlagzur Erkenntnis der definitiven Umgestaltung, welche den un-vermeidlichen Schluss der grossen Wandlung bildet. VorläufigeMassregeln und abwartende Betrachtungen mussten zunächstausreichen, um den unabweisbarsten Missständen des Augen-blicks zu entgehen. Hollands Widerstreben gegen eine sichdem Silber entschieden abwendende Münzpolitik lag in der