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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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internationalen Kongresses konnte aber eine wiederholt undlebhaft in Betracht gezogene Frage nicht ohne weiteres liegenbleiben. Frankreich selbst musste sich klar werden, wie es sichzur künftigen Entwicklung der Dinge zu stellen habe. Einfluss-reiche Männer, zugleich die höchsten Sachverständigen, eineReihe von Handelskammern mahnten immer wieder an die Un-haltbarkeit des bestehenden Zustands; und, diesem Andranggehorchend, wurde eine Untersuchung (Enquete) veranstaltet,welche, von Ende 1867 bis in den Anfang des Jahres 1870hinein arbeitend, eine Masse Material, teils wertlos, teils wert-voll, zusammentrug. Die schliessliche Abstimmung dieser fran-zösischen Versammlung war abermals der Sieg der einfachenGoldwährung mit 17 Stimmen gegen 6.

Trotz aller Niederlagen im Kampf der Meinungen erhieltsich der Status quo der Doppelwährung unverändert. Aberselbst als die Wucht der Thatsachen mit handgreiflichem Ernstauf ihn eindrang, wollte er sich nicht erschüttern lassen.

Bald nach dem Ende des grossen Krieges begann der Preisdes Silbers auf dem Weltmarkt zurückzugehen. Deutschlands mutiger Gedanke einer radikalen Umbildung seines Geldsystemswar eine der vielen mitbestimmenden Ursachen bei diesemRückgang. Wir werden weiter unten Gelegenheit haben, sieallesamt aufzuzählen. Jedenfalls war Deutschlands Einfluss nurmoralischer Natur, denn leider blieb die Ausführung der Reformin ihrem Gang hinter der entschlossenen Konzeption, von dersie eingegeben war, in beklagenswerter Weise zurück. Auch inDeutschland gab es Leute, welche sich von ihrer angestammtenAnhänglichkeit an das Silber nicht losmachen konnten und stetsdarauf rechneten, die Vorsehung werde es zu seinem altenGlänze zurückführen. Viel mehr Eindruck als unser isolierterEntschluss machte in der Welt die Beobachtung, dass andereLänder sich anschickten, unser Beispiel zu befolgen. DieseNachahmung war bei der grossen Unpopularität, die demdeutschen Namen unter den Völkern anhaftet, um so merk-würdiger. Und wenn es schon überhaupt wenige giebt, auf diewir einige Anziehungskraft auszuüben uns schmeicheln können,so waren unsere Nachahmer in diesem Falle gerade solche, beidenen wir von lange her und namentlich seit den letzten Jahreneiner besonderen Ungunst genossen. Dänemark, Schweden und