damals scheiterte der Vorschlag an dem auf französischer Seitevereinigten Widerstand der Routine und der grossen Geldmächte.Vergebens kämpften die Delegierten der drei anderen Ländermit allen Gründen der Wissenschaft und Erfahrung, vergebenskamen ihnen hohe französische Autoritäten zu Hilfe: die Ver-treter des geheiligten Herkommens blieben die stärkeren, unddas Gesetz vom Jahre 1803, noch dazu falsch ausgelegt, wardES als der Weisheit letzter Schluss die Basis der neuen Überein-
kunft. Das Verhältnis des Silbers zum Golde sollte bis zumJahre 1880 (auf so lange läuft die Konvention) unwandelbarfeststehen. Wenn dieses Unterfangen schon damals auf starkenWiderspruch stiess, so kann man daraus entnehmen, dass dierichtige Lösung des Problems nicht erst durch den herein-dringenden Silberstrom herbeigeführt worden ist. Damals imGegenteil lebte man noch unter dem frischen Eindruck derSilberklemme, welche, durch den amerikanischen Sezessionskrieghervorgerufen, jahrelang Europa in Verlegenheit gebracht hatte.Denn das Preisverhältnis auf dem Metallmarkt stand dazumal^5 wie 1 zu 15,33 (Silberpreis 61 1 / 2 die Unze, ein Prozent günstiger
für Silber als das Normalverhältnis 1 zu i^/o). Zwei Jahredarauf, unter der Konstellation der Weltausstellung von 1867,ward der schon vorher angeregte Gedanke, die sämtlichenKulturstaaten dies- und jenseits des Ozeans zum Einverständnisüber eine Weltmünze zu bringen, auf Frankreichs Veranstaltunghin einem eigens dazu berufenen Kongresse unterbreitet. Dielateinische Münz- Konvention sollte, nachdem man eine gemein-same Grundlage gefunden, zu einer die Welt umspannendenerweitert werden. Auch in diesen Verhandlungen sprach sichdie grosse Mehrheit für die reine Goldwährung aus; nur dieFrage der Gewichtseinheit, welche der gemeinsame Massstabwerden sollte, gedieh nicht zur Reife; weder wollte England noch wollte Amerika von seinem mit allen Zuständen ver-wachsenen Münzfuss lassen; Preussen beobachtete eine seinemCharakter entsprechende Zurückhaltung, und Österreich-Ungarn im natürlichen Gegensatz dazu schmiegte sich möglichst nahean Frankreich an, indem es Goldmünzen auf dem Zwanzig-frankenfuss zu prägen übernahm, als Vorbereitung eines An-schlusses an den lateinischen Bund.
Mit dem praktisch ergebnislosen Auseinandergehen des
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