dort, wo gekämpft wird, Herr Ledebour . (Heiterkeit links. — Ab-geordneter Ledebour : Sie sagten eben, es lohnte sich nicht mehr!)
Sie haben mich, wie gewöhnlich, falsch verstanden.
Zch wende mich nun an den Herrn Reichsminister vr. Simons.Herr vr. Simons hak, wenn ich ihn richtig verstanden habe,aus den Reden, die auf unserem Parteitag in Hannover ge-halten worden sind, den Vorwurf hergeleitet, daß dort so etwaswie nationalistische Hetze getrieben worden sei. (Sehrrichtig! bei den Deutschen Demokraten.)
Hier wird «sehr richtig!" gerufen: ich kann nur sagen: sehrunrichtig! Die Herren waren nicht dort, sie haben die Ausführungennicht gehört und vielleicht auch zum Teil nicht gelesen, (Zuruf links)— vielleicht nicht richtig gelesen. Meine Freunde, Graf v. Westarpund v. Graefe, haben bereits selbst, soweit sie persönlich berührtsind, in persönlichen Bemerkungen den Vorwurf des Reichs-Ministers des Auswärtigen zurückgewiesen. Ich habe hier abereinen neuen Beleg dafür, daß es besser wäre, solche Vorwürfegegen uns nicht zu erheben. Wenn ich richtig verstanden habe, hatder Herr Reichsminisker des Auswärtigen das, was er nationa-listische Hetze nennt, und die Folgen, die er ihr zuschreibt, mit demsogenannten Hamburger Fall begründet, der uns bis dahingänzlich unbekannt war und den er auf unser Schuldkonto buchenmöchte. Meine Damen und Herren! Den Hamburger Fall braucheich von unseren Rockschößen nicht erst abzuschütteln? das haben be-reits andere getan, die uns im übrigen garnicht besonders nahe-stehen. Ich verweise auf die «Vossische Zeitung". Die „VossischeZeitung" — ein gewiß unverdächtiger Zeuge — hat sich aus Ham-bürg nach der Rede des Reichsministers des Auswärtigen tele-graphieren lassen, daß der Hamburger Fall sich nicht als ein poli-tischer Zwischenfall, sondern als ein Wirtshausrenkontre charak-terisiere' daß die beteiligten Franzosen auf der Polizeiwache selbstdarum gebeten hätten, von diesem Falle der Presse keine Mit-teilung zu machen. (Lebhafte Rufe bei den Deutschnationalen:Hört! Hört!)
So liegen die Dinge. Der Fall ist nur dadurch, daß ihn derHerr Reichsminister hier zur Sprache gebracht hak, wenn Siewollen, zu einem politischen Fall geworden. Ich kann aber denBeruf des Herrn Ministers des Auswärtigen nicht darin erblicken,
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