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Bimetallistische Kampfesart : eine Auseinandersetzung mit Otto Arendt / Karl Helfferich
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Einleitung.

Es ist immer eine heikle Sache, in einer persönlichenAngelegenheit vor die Oeffentlichkeit zu treten. Im vorliegendenFalle bin ich durch das Verhalten meines Gegners dazu ge-zwungen. Offen gestanden ist mir diese Zwangslage nicht einmalunangenehm, denn einmal handelt es sich um sachliche Streit-fragen, um die Frage der Silberentwertung, des Einflusses derSilberentwertung auf die indische Getreidekonkurrenz und umdie soziale Seite der Währungsfrage, und ausserdem bietet sichGelegenheit, einige Worte über die Art, mit welcher die bime-tallistischen Agitatoren, speziell Herr Dr. Arendt, ihre Gegnerbekämpfen, zu sagen, und das ist mir sehr erwünscht.

Niemals ist eine politische oder wirtschaftliche Partei mitannähernd der Anmassung aufgetreten, wie die bimetallistische.In allen politischen und wirtschaftlichen Streitfragen, in denFragen der Staatsverfassung, der Besteuerung, der Zollgesetz-gebung etc. haben beide Seiten ihre Argumente wissenschaftlichenForschungen entnommen. Niemals ist es einer Partei eingefallen,sich als die allein unfehlbar-wissenschaftliche aufzuspielen undder Gegenpartei schlankweg alle Wissenschaftlichkeit abzustreiten.Ein solches anmassendes Auftreten ist den deutschen Bime-tallisten unter der Führung des Herrn Dr. Arendt vorbehaltengeblieben. Aber mit dieser Anmassung ist der genannte I Ierrnicht zulrieden, er begnügt sich nicht damit, seinen Gegnern dieWissenschaftlichkeit abzusprechen, er wirft der ganzen Gold-währungspartei im allgemeinen und einzelnen seiner Gegnerim besondern direkt Unehrlichkeit . vor. DieunehrlicheKamplesweise der Goldwährungspartei" ist im bimetallistischenLager ein feststehender Ausdruck geworden. In würdiger Weisewird diese Taktik durch Denunziationen ergänzt, ohne welchedie bimetallistische Agitation nicht auskommen zu können scheint.