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Man erinnert sich an den Brief, welchen Herr von Kardorffim Jahre 1880 an den Fürsten Bismarck geschrieben hat undin welchem er den damaligen Finanzminister Scholz Bamberg-er-
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scher und Delbrückscher Gesinnung beschuldigte, um dadurchden goldwährungsfreundlichen Minister bei dem allmächtigenKanzler in Misskredit zu bringen. Derselbe Herr von Kardorffhat neuerdings in der Reichstagssitzung vom 16. Februar ge-legentlich der Währungsdebatte einen hervorragend sachkundigenGeheimen Rat des Reichsschatzamtes wegen seiner Mienen undGesten während der Verlesung der bekannten Erklärung desReichskanzlers denunzirt. Würdig reihen sicli daran die seitgeraumer Zeit offen und versteckt gegen den Reichsbank-präsidenten erhobenen Beschuldigungen an, der gelegentlichals „Vorkämpfer grosskapitalistischer Interessen" denunzirt wird,der angeblich eine „eigene Politik" treibt, welche der seinesChefs (des Reichskanzlers) widerspricht. Herr Dr. Arendt hatihm am 21. Mai 1. J. im Abgeordnetenhaus direkt Unehrlichkeitvorgeworfen, allerdings in einer Form, welche es unmöglichmachte, ihn dafür zu fassen. Er hat nämlich die Behauptung,die riesige Steigerung der Silberproduktion seit 1870,75 (von2 Millionen auf über 5 Millionen kg) sei eine Ursache derSilberentwertung, als „unehrlich" bezeichnet, und gerade diese„unehrliche" Ansicht hatte wenige Tage zuvor der Reichsbank-präsident im Herrenhaus vertreten. Arendt wurde darauf fest-genagelt, suchte natürlich sich mutig herauszureden und erklärteschliesslich, er nehme an, dass die Einsicht des Reichsbank-präsidenten nicht weiter reiche als seine Behauptung; mit andernWorten: er setzte an die Stelle des Vorwurfs der Unehrlichkeitden Vorwurf der Unwissenheit.
Angesichts eines solchen Auftretens erscheint es angezeigt,die bimetallistische, insbesondere die Arendtsche Wissen-schaftlichkeit und Ehrlichkeit etwas näher auf ihr Vorhanden-sein zu untersuchen.
Arendt ist seit 1880 durch und durch Agitator. Erkämpftmit staunenswerter Unerschrockenheit für sein Ziel, den inter-nationalen Bimetallismus und lässt sich darin durch keine Vor-gänge und Thatsachen beirren. Alles, was sich ereignet, siehter lediglich darauf an, wie es sich für den Bimetallismus ver-werten lässt, und in der Ausnutzung jedes beliebigen Ereignissestür seine Zwecke hat er durch fortgesetzte L r buny nachgerade