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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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hr eigentümlich,Eharakter,

Bestrebungen der Silberfreunde zurückfallen würde. Esgalt daher, weil nun einmal der Schlachtruf unwiderruflicherschollen war, eine letzte entscheidende Niederlage mit Auf-gebot aller Mittel zu vermeiden. Aus diesem Grundefühlten sich die Führer der deutschen Bimetallisteu, welcheden auswärtige« und namentlich den amerikanischen Silber-freunden von jeher in die Hände zu arbeiten bemühtgewesen waren, verpflichtet, einen Vorstoß zu macheu, unddies geschah in Gestalt der bekannten Interpellation, welcheam 12. Dezember vorigen Jahres im deutschen Reichstageingebracht wurde und die Reichsregierung wegen ihrer vor-sichtigen Haltung auf der Brüsseler Konferenz zur Redestellte. Bekanntlich endigte dieser Versuch, im Reichstag selbstwie in seiner Wirkung nach außen, mit einer moralischenNiederlage, und diese Niederlage verschärfte das Gefühl derFeindseligkeit, welches die von den Führern des Großgrund-besitzes ini Osten der preußischen Monarchie geleiteteagrarische Partei wegen der Politik der Handelsverträgegegen das System des Grafen Caprivi hegte. Von nuuan wurden die Bemühungen, die deutsche Landwirtschaftgegen die Reichsregierung und die bestehende Gesetzgebungin Sachen der Handelspolitik und der Währung aufzuregen,mit immer größerer Macht iu Angriff genommen. DieTivoli-Versammluug vom 18. Februar dieses Jahres unddie Gründung des Bundes der Landwirte haben einMassenaufgebot von Agitation auf die Beine gebracht, wieman es in Deutschland lange nicht gesehen hatte,c Zu den Mitteln, deren solche Aufregungsversuche sichbedienen, gehören bekanntlich vor allem diejenigen, welchesich mehr an die Phantasie als an den Verstand wenden.Daher kommt es, daß in diesem neuesten Stadium der Be-arbeitung der Massen zwei Stichworte vorherrschen, welchemehr mit dunklen Vorstellungen oder leidenschaftlichen

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