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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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europäischen Banken zusammen, so haben sich dieselben imLaufe der letzten Jahre stetig um ein Namhaftes vermehrt,")und der beste Beweis für die Reichhaltigkeit ihres Vorratsbesteht darin, daß sie mit den seltensten Ausnahmen diemeiste Zeit hindurch in der Lage gewesen waren, größerenAnsprüchen an Gewährung von Geldmitteln zu geuügen,als an sie herantraten. Während nach allgemeinen Regelndie meisten europäischen Zettelbauken berechtigt sind undein Interesse daran haben, Banknoten in einem ihrenMetallvorrat stark übersteigenden Betrage auszugebeu,bewegen sich seit Jahren diese Banken, wie namentlich auchdie deutsche Rcichsbank, in den Grenzen einer Notenzirku-lation, welche ihren eigenen Vorrat an Edelmetallen durch-schnittlich nur um eiu Geringes übersteigt. Ans diesemGrunde ist auch der Zinsfuß mit seltenen Ausnahmen inderselben Zeit ein ungemein niedriger gewesen.

Wäre ein Bedürfnis nach Geld vorhanden, welches Uebereinstimmungmit dem bestehenden Vorrat an Geldmitteln nicht befriedigt "''^werden könnte, so würden unfehlbar die Notenbanken in den ausgab«.Ländern mit gesunden Zuständen sich beeilen, durch die ihnenzustehende Berechtigung einer Vermehrung ihres Notenum-laufes solchem Bedürfnis zu Hilfe zu kommen. Denn dazutreibt sie vor allein ihr eigenes Interesse, weil eineinnerhalb der gesetzmäßigen Grenzen vermehrte Noten-

5) Die Vorräte an Gold in den europäischen Banken und imamerikanischen Staatsschatz bclicfcn sich im Jahre 1836 in Franken-währung auf eine Gesamtheit von 5568 Millionen und stiegen daraufwie folgt:

1838 6154 Millionen

1839 6402

1890 69SS

1891 7759

1892 8271

Nach anderen Schätzungen ist die Steigerung noch größer.