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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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liches Symptom dafür, daß die Notenbanken mit ihrerAusgabe von Noten weit unterhalb der Grenze gebliebensind, welche das Gesetz ihnen erlaubt und ihr Interesse ihnenanrät, falls nur ein Bedürfnis nach größerer Geldzirkulatiouim Publikum vorhauden ist.

Was insbesondere Deutschland angeht, so genügt schonein Blick auf den Bericht der Reichsbank, um zu zeigen,wie wenig von einem Mangel an Geldmitteln die Redesein kann. Im Jahre 1892 war der durchschnittliche Zins-fuß für Wechsel 3,20 pCt, und dieser offizielle Zinsfuß ist,wohl bemerkt, nur eine Maximalgrenze, während der wirk-liche, von der Bank und den Privatleuten ausbedungeneZinssatz kaum 2 vCt. betrug. In Uebereinstimmung damitbewegten sich, wie auch iu früheren Jahren, die Zahlen dermetallischen Deckung der Banknoten und die Arten der Um-sätze bei den Kassen der Bank. Der durchschnittliche Umlaufder Noten betrug in runder Summe 985 Millionen Mark,der Metallbestand 942 Millionen. Während also diemetallische Deckung nur um 4^ z vCt. hinter der aus-gegebenen Notenmenge zurückblieb, hätte die Bank nach§ 17 des Bankgesetzes und nach allgemeinen Grundsätzendie Befugnis gehabt, statt der erwähnten 985 MillionenMark das Dreifache ihres Metallbestandes, also 2826 Mil-lionen Mark Noten auszugeben, d. h. rund dreimal so vielals sie wirklich ausgegeben hat *)

Dieser an sich schon für den Beweis eines Uebeiflnssesan Umlaufsmitteln vollkommen ausreichende Thatbestanderklärt sich auch, wenn man erfährt, daß, wie in anderenhochcivilisierten Ländern, so in Deutschland der große Verkehr

Specieller Nach-weis sllr Deutsch-land . Der Metall-besland undNotenumlauf derRcichsbank,

Der gesamte Geld-verkehr und seinVerhältnis zu denUmlaussmittelniMctall und Bank-noten) in Deutsch-land ,

*) Der Umstand, daß bei Uebcrschreitung des sogenannten con-tingenticrien Notenbctrages eine Notenstcuer zu zahlen wäre, würdedie Ausgabe an sich nicht behindern.