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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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den Zeiten des Sezessivnskrieges, wo der Staat sich großerMassen von Papiergeld bedienen mußte, und infolgedessendas einen hohen Mehrwert (Agio) erzielende Gold außerLandes oder in die Verstecke ging, die Menschen sich ge-wöhnten, alle ihre Zahlungen, auch in kleineren Beträgen,in Papier zn machen; und natürlich ist es noch bequemer,Papier in seiner Tasche zn tragen und in Briefen zu ver-senden als Gold. So wie man nur das Zutrauen in denvollen Zahlungswert des Papieres besitzt, wird es im Ge-brauch des täglichen Lebens nicht bloß dem Silber sondernauch dem Gold den Rang ablaufen. Ja sogar in denLändern, wo übermäßige Staatsverschuldung zur Ausgabeeines Uebermaßes von Papiergeld geführt hat, das ebendarum fortwährenden Schwankungen uud Verlusten aus-gesetzt ist, hat sich trotz dieses Uebelstandes z. B. inOesterreich das Publikum mit der Bequemlichkeit eiuessolchen Zahlungsmittels mehr vertraut gemacht, als dessenwirtschaftliche Natur rechtfertigt.DerK°r»punitder Ohne es einzugestehen oder sich klare Rechenschaftbim-tallistische» darüber zu geben, gehen die Silberfreunde bei ihren Vor-V^rmchr"tI°Ver- schlagen für Wiedereinführung der sogenannten Doppel-wendung von Währung selbst von dieser Erfahrung aus. Sie könuen°deck»ng.° °" uämlich nicht leugnen, daß der lebendige Verkehr dasSilber, wenigstens im Westen Europas und in Nord-amerika , überall zurückstößt, wo es ihm zu auderem Gebrauchals in Scheidemünzen, also in kleinen Quantitäten verteilt,angeboten wird. Sie haben daher auch keine Hoffnung,daß, wenn die Prägeanstalten der großen Staaten in un-beschränkten: Maße grobe Silbermünzen auszuprägen be-ginnen würden, der Verkehr dieselben nicht ebenso zurück-weisen würde, wie dies in Nordamerika mit den neuge-prägten und iu den Ländern des westeuropäischen Fest-landes mit den in den öffentlichen Kassen angesammelten